Netzwerk der Macht - Bertelsmann. Der medial-politische Komplex aus Gütersloh
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978-3-939864-02-8 |
Jens Wernicke, Torsten Bultmann (Hg.)
Forum Wissenschaft Studien 54
ISBN 978-3-939864-02-8, 2. erw. Aufl., Oktober 2007, 488 Seiten, 17,00 EUR
Ein Nachdruck ist für Mitte 2010 vorgesehen.
Pressemitteilung zum Erscheinen der zweiten, erweiterten Auflage
Seit Jahren steigt die Einwirkung privater Consulting-Agenturen, Think Tanks und Expertenräte auf politische Entscheidungen - und auf deren operative Umsetzung.
Es werden jedoch auch zunehmend kritische Stimmen laut, für die diese Intervention einer neuartigen Ratgeberindustrie zugleich Kehrseite einer schleichenden Entdemokratisierung der Gesellschaft ist: die Wirksamkeit einer demokratischen Öffentlichkeit sowie die Legitimationspflicht politischer Institutionen nehmen gleichermaßen ab.
Aus dieser kritischen Perspektive analysieren die AutorInnen des vorliegenden Bandes die Praxis der Bertelsmann Stiftung, der in Deutschland wohl einflussreichsten privaten Politikberatungsagentur, die auf nahezu allen gesellschaftlichen Feldern operativ tätig ist und Reformszenarien entwirft.
Die nun vorliegende Auflage wurde ergänzt um zwei neue Beiträge, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln kritisch mit der Praxis der Bertelsmann-Tochter Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) beschäftigen (Alidusti und Lieb). Ein weiterer Beitrag hinterfragt die Versuche der Bertelsmann Stiftung, die deutsche Einwanderungspolitik zu beeinflussen (Redaktion german foreign policy); schließlich ist noch ein Artikel zu Privatisierungen der Kommunalverwaltungen, vorrangig an den Beispielen Würzburg und Dormagen, hinzu gekommen (Bauer).
Inhalt
- Vorwort der Herausgeber
- Einleitung
- Alex Demirovic: Politische Beratung, Think Tanks und Demokratie
- Frank Böckelmann: Das Netzwerk, die Kennziffern und das Nichts
- Struktur, Selbstverständnis, Wirkung
- Hermann Werle: "Hitlers bester Lieferant!"
- Marco Unger: Money makes the World go around: Die Bertelsmann AG und die Bertelsmann Stiftung
- Thomas Barth: Gütersloher Reform-Vollstrecker und ihr deutscher Sonderweg in den Neoliberalismus
- Steffen Roski: Konzern - Macht - Politik - Wissen. Sozialwissenschaften als Hilfskräfte in Bertelsmanns ›Reformwerkstatt‹
- Meinungsmache
- Christiane Leidinger, Oliver Schöller: Medienpolitische Aktivitäten der Bertelsmann Stiftung
- Meik Michalke, Oliver Naß, Anna Nitsche: Mehr Humor und keine Katze - Rankingprodukte Marke Bertelsmann
- Stefanie Schröder: Der Bertelsmann Konzern zwischen Politik und Öffentlichkeit: "Du bist Deutschland!" - Wer eigentlich?
- Bildung
- Ingrid Lohmann: Die "gute Regierung" des Bildungswesens: Bertelsmann Stiftung
- Horst Bethge: Bertelsmann macht Schule
- NEU - Kyrosch Alidusti: Wie das CHE Inhalte stiftet - die "Politikberatung" derBertelsmann-Tochter
- NEU - Wolfgang Lieb: Die "neue Freiheit" der NRW-Hochschulen: Freiheit für wen und wozu?
- Guido Monreal: Moralerziehung als Politische Bildung? Betzavta/MITEINANDER: Ein mit Hilfe der Bertelsmann Stiftung adaptiertes Programm der Politischen Bildung
- Gesundheit
- Matthias Volke: Das Konzept "Eigenverantwortung" und die Individualisierung der Gesundheitsprävention
- Hermann Werle: Nach der Reform ist vor der Reform
- Arbeit und Soziales
- Helga Spindler: War auch die Hartz-Reform ein Bertelsmann-Projekt?
- Andreas Bachmann: Bertelsmann Stiftung und Arbeitsrecht. Alle Wege führen nach Gütersloh
- Staat
- Frank Lübberding: Zwischen Angebot und Nachfrage. Wie Bertelsmann Jürgen Rüttgers' Lebenslügen entdeckte
- Thomas Ristow: High noon im Lesesaal. Über den Versuch, aus Bibliotheken marktschnittige Wissens- und Kompetenzzentren zu basteln
- Wilhelm Ruehl, Arno Klönne: Bertelsmann und Private-Public-Partnership
- Rudolph Bauer: Kommerz statt Kommune. Bertelsmann( Stiftung) und Kommunalpolitik
- NEU - Rudolph Bauer: Die Bertelsmann Stiftung: WegbereiterinfürArvatoGovernment Services
- Internationales
- Christiane Schulzke-Haddouti: Auf in den Wilden Osten
- Martin Hantke, Tobias Pflüger, Judith Demba: Der EU-Verfassungsvertrag und die Bertelsmann Stiftung
- Gerald Oberansmayr: "Get anywhere, fight anywhere, eat anywhere, stay anywhere". Bertelsmann finanziert Denkschmiede für die ›Supermacht Europa‹
- Alexander Wagner: Der Bertelsmann Transformation Index: Kapitalistische Marktwirtschaft als Projekt?
- NEU - Redaktion german-foreign-policy.com: Nachkriegsballast. Wie die Bertelsmann Stiftung eine Revision der deutschen und europäischen Einwanderungspolitik forciert
Über die erste Auflage dieses Titels
Wiebke Priehn: "Frontalangriff auf Bertelsmann"
indymedia vom 23.05.2007
"Fazit: Ein Buch, dem man viele Leser wünscht."
(has in: VDI nachrichten Nr. 23 vom 08.06.2007)
"Der Aufsatzband untersucht die Tätigkeit der 'Bertelsmänner' im In- und Ausland und unterzieht sie einer linken Kritik, wobei der Hauptvorwurf sehr kurz gefasst auf 'neoliberale Vordenker der Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen' lautet. [...] Trotz allem ein wichtiger Diskussionsanstoß, ein nicht ganz hinreichendes Buch für eine notwendige Debatte zur allerorten ausufernden Politikberatung."
(Dudeck in: ekz-Informationsdienst (ID)
Über die zweite Auflage
"Die Autoren zeigen nachvollziehbar und von jedem Leser nachrecherchierbare Fakten auf, wie sehr die Bertelsmann-Stiftung bereits über ihre eigenen wissenschaftlichen Institute und Beratungsagenturen die Politik infiltriert hat (siehe Hartz IV). Sie zeigen aber auch, wie leicht sich die potentiellen Gegner wie Grüne, Linke und Gewerkschafter ins Boot holen ließen."
(Karl-Horst Möhl in: Rhein-Neckar-Zeitung, 26./27.07.2008)
"Sowieso bleibt das umfassendste Referenzwerk zu diesem Thema [i. e. Bertelsmann] die 500-Seiten starke Aufsatzsammlung "Netzwerk der Macht" in der zweiten Auflage von 2007, herausgegeben von Jens Wernicke und Torsten Bultmann."
(Dr. Sabine Schiffer in: Neue Rheinische Zeitung, 04.06.2008)
"Wie im vorliegenden Band ausführlich und im Detail analysiert bedient sich die Bertelsmann-Stiftung zu diesem Zweck der gesamten Klaviatur moderner sozialwissenschaftlicher Methoden, die stets der Bevorzugung einer im Grundsatz zwar staatsfernen, den Staat jedoch gleichzeitig dort, wo er den eigenen Zielen dient, in die Pflicht nehmenden Programmatik zuarbeiten.[...]
Der große Gewinn der Lektüre des Buchs besteht darin, daß die Autoren des Sammelbands mit der Expertise ihrer jeweiligen Arbeitsfelder nachweisen, daß die Bertelsmann-Stiftung gezielt und systematisch einen neoliberalen Strukturwandel vorantreibt, der mit den bekannten Ideologemen Eigenverantwortung, Privatisierung und Wettbewerb allen Bürgern, die eine sozial solidarische, basisdemokratische und kapitalismuskritische Politik favorisieren, den Rang abläuft."
(in: Schattenblick, 30.05.2008)
"Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, der greift zu dem soeben in zweiter Auflage erschienenen Sammelband 'Netzwerk der Macht - Bertelsmann'"
(Godehard Weyerer in: Süddeutsche Zeitung vom 10.12.2007)
"Einen ausgezeichneten Überblick [...] gibt das Buch Netzwerk der Macht - Bertelsmann"
(Sozialistische Zeitung vom Dezember 2007)
"Nicht ausschließlich, aber in vielen Beiträgen kritisch [...] nähern sich die Autoren [...] der Praxis der Bertelsmann Stiftung, [...]"
(RA Dr. Christoph Mecking, Institut für Stiftungsberatung, Berlin in: Stiftung & Sponsoring. Das Magazin für Nonprofit-Management und -Marketing 6 | 2007)
"Dieses Buch mit seinen knapp 500 Seiten ist wohl derzeit das Referenzwerk der Kritik an einem Medienkonzern mit seiner Stiftung, die 69 Mio. Euro im Jahr ausschüttet und die Vorreiterin der Politikberatung in Deutschland ist. Doch wo ist das Problem? Politikberatung durch Consultings und Think Tanks ist doch an sich nichts Böses. Korrekt. Liest man sich aber durch die Kapitel Meinungsmache, Bildung, Arbeit und Soziales und natürlich Gesundheit gehen einem die Augen auf. Es wird gut recherchiert dargestellt, dass ja gerade die subtile Einflussnahme die Kunst der Politikberatung ist. Es erschließt sich einem über die PR-Arbeit und die Ergebnisse der Studien der Bertelsmann Stiftung nicht, was für Ideen und Konzepte hinter den scheinbar unausweichlichen Befunden stehen. So ist dieses Buch ein Muss für jeden kritisch denkenden Menschen."
(e.r. in: GesundheitsladenRundbrief des Gesundheitsladen München 4/2007)

