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Klaus Holzkamp

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Klassismus und Wissenschaft

  
 

978-3-939864-29-5

Ricardo Altieri, Bernd Hüttner (Hg.)

Klassismus und Wissenschaft
Erfahrungsberichte und Bewältigungsstrategien

Reihe Hochschule, Band 13

ISBN 978-3-939864-29-5, März 2021, 217 Seiten, 14,00 EUR

Das Buch ist gegenwärtig vergriffen - eine Neuauflage wird gerade vorbereitet und Ende Februar / Anfang März zum selben Preis erscheinen.
Hier kann der Band schon (vor)bestellt werden.

Siehe auch das Video von Riccardo Altieri zu diesem Band

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes bezeichnet "Klassismus" als "die vergessene Benachteiligung" und schlägt vor, dass "Klassismus ein eigenständiges Diskriminierungsmerkmal sein sollte". Mit diesem Buch möchten die Autor*innen und Herausgeber einen Beitrag dazu leisten, die strukturelle Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft stärker sichtbar zu machen. Das geschieht vor der Kulisse wissenschaftlicher und hochschulischer Wirkungsstätten als Orten mit Bildungsauftrag bei gleichzeitig beschränktem Zugang.
16 Beiträge zeigen individuelle Erfahrungshorizonte, Bewältigungsstrategien und Lösungsansätze zum Umgang mit klassistischer Diskriminierung und Unterdrückung. Darunter befinden sich sowohl autobiographische und selbstreflexive Berichte als auch theoretische und analytische Untersuchungen. Die Lektüre der Texte soll dazu beitragen, dass viele sich ihrer Situation bewusst und dann aktiv werden, damit Klassismus in Zukunft umso besser bekämpft und schließlich überwunden werden kann.

"Die persönliche Demütigung, alles ›richtig‹ gemacht zu haben, aber dennoch nicht ›dazu‹ zu gehören, zieht sich als roter Faden durch die Erfahrung des ›Aufstiegs‹"

Inhalt

Riccardo Altieri, Bernd Hüttner: Einleitung

Corinna Widhalm: "Und warum schreibst du das dann nicht?"
Klasse, Sprache und ich

Anna Scharmin Shakoor: Jemand wie ich

Mustafa Saeed: Gemeinsam einsam:
Vom erfolgreichen Bildungsaufstieg als Person of Color aus Arbeiterfamilien, und wie es danach weitergeht

Sara: Na Klasse! Und jetzt?

Markus Tumeltshammer: Vorstellungsräume und Milieuwechsel.
Oder: Wie, was man sich vorstellen kann und soll, eine Rolle dabei spielt, was man will und wird.

Andreas Stahl: Mehr Sein als Schein.
Lebensschnipsel: von einem, der auszog…

Barbara Juch und Laura Nitsch: GLAUBE.LIEBE.HOFFNUNG.
Soziale Topologien neu verorten.

Sahra Rausch: Akademisches Außenseitertum:
Mit Vulgarität gegen die Trägheit des akademischen Systems

Rosa Cattani: Ange[k/n]ommen?
Der Habitus als letzte und unmittelbar erfahrbare Grenze

Dagmar Fink, Elisabeth Anna Guenther, Roswitha Hofmann: Klassismus begreifbar machen, um ihn zu bekämpfen.
Eine Annäherung entlang dreier Biografien

Zuzana Kobesova: ›Klasse‹-ismus - Bildung - Zivilcourage.
Bildungswissenschaftliche Reflexion über studentische ›Klassen‹ - Erfahrungen in der StEOP-Phase

Elisabeth Malleier: Die Freiheit, die Wissenschaft und die Miete.
Oder: wessen Wissen ist wie viel wert?

Charlotte Wardin: Krank Studieren - Wer kann (sich) das leisten?

Lena Marie Staab: After-Work-Party im Kunstmuseum oder: Klassismus in Kunst und Wissenschaft

Jan Niggemann: Zuhause im dazwischen:
Theorie als Dialog von Erfahrung

Frank Jacob: Von reaktionären Kaderschmieden und der plutokratischen Bildungsklasse.
Kurt Eisner (1867 - 1919) und die Kritik am Klassismus des wilhelminischen Universitätssystems

Autor*innen

Rezensionen

"[...] Einmal mehr wird die große Resonanz von Didier Eribons autobiographischer Analyse "Rückkehr nach Reims" deutlich, auf die in mehreren Beiträgen Bezug genommen wird. Zum Beispiel in der Erkenntnis, dass es einerseits soziales Kapital braucht, eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen, es aber auch erst für sich selbst vorstellbar werden muss, einen akademischen Abschluss auch verwerten zu können. Wiederkehrende Themen der Beiträge sind die Zerrissenheit und Entfremdung zwischen Herkunfts- und akademischen Milieu, die sich oft im Wechsel zwischen Wissenschafts- und Alltagssprache, geschliffener Hochsprache und dem meist abgewertetem Dialekt ausdrückt. Thematisiert wird die Unsicherheit, trotz akademischer Erfolge nicht "dazuzugehören" oder die Erkenntnis, dass das Selbstbewusstsein mancher Kolleg*innen und die größere Risikobereitschaft, eine Laufbahn im prekären Wissenschaftsbetrieb einzuschlagen, nicht zufällig mit einem familiären Sicherheitsnetz zusammenfällt." (Bernadette Schönangerer in: contraste. Monatszeitung für Selbstorganisation, Nr. 434 / November 2020)

"[...] Besonders interessant ist zu lesen, wo subtile klassistische Ausgrenzungsmechanismen und Abwertungen erkannt und benannt werden und durch welche Erfahrungen sich für die Autor_innen die Perspektive ändert, vielleicht doch am richtigen Ort zu sein. [...] Die Verbindung von persönlicher Erfahrung mit theoretischer Analyse macht das Buch zu einer lebendigen Lektüre mit dem Potential, notwendige Diskussionen über die elitäre Universität und ihre Ausschlüsse anzustoßen." (brr in: MALMOE 93)

"[...]Das Buch ist Ermutigung und Appell, Bewusstsein für klassenbeding[t]e Benachteiligung zu schaffen und sie zu bekämpfen." (Jenny Legenstein in: AUGUSTIN 517 - augustin.or.at/von-ueberforderung-zu-ermutigung/)

"Auf Pierre Bourdieu, Didier Eribon, Christian Baron und bell hooks beziehen sich die meisten Autor*innen dieses Bandes. Alle Autor*innen eint die Erfahrung von Bildungsbenachteiligung aufgrund der Herkunft aus Elternhäusern ohne bildungs- und besitzbürgerliche Tradition.[...]Ein gerade wegen seiner subjektiv-biografischen Zugänge anregendes Buch." (Florian Weis in ak 665 - www.akweb.de/gesellschaft/die-erfahrung-der-bildungsbenachteiligung/)

Sammelrezension dreier Bücher zum Thema "Klassismus": tagebuch.at/politik/klasse-erfahren/

Zugehörige Dateien:
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Einleitung (Auszug)Download (61 kb)

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