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Der herausgeforderte Konservatismus

  
 

978-3-939864-26-4

Martin G. Maier

Der herausgeforderte Konservatismus
Von 1968 bis zur Berliner Republik

Reihe Hochschule, Band 12

ISBN 978-3-939864-26-4, November 2019, 802 Seiten, 34,00 EUR

Hier kann der Band bestellt werden.

Die gegenwärtigen Konservativen - ob diesseits oder jenseits der AfD und des rechten Flügels der Unionsparteien, ob (markt)liberal oder eher völkisch-national gefärbt - treten die Erbschaft derer an, die sich schon nach 1968 gegen die von ihnen an die Wand gemalte Bedrohung Deutschlands durch die Gegeneliten der Neuen Linken positionierten. Ihre Vorgänger bezogen sich dabei auf die in der Brandt-Scheel-Regierung begonnenen politischen und gesellschaftlichen Reformen, die für sie die Handschrift radikaler, den Staat unterminierender Kräfte trugen, welche - wenngleich parlamentarisch eingehegt - in ihren Augen die Unregierbarkeit beförderten. Zunehmend mischten sich ab den spätsiebziger Jahren in diesen Chor die Stimmen derjenigen, die ein neues nationales Selbstbewusstsein als einzigen Ausweg aus der Misere erkennen wollten.
Diese Untersuchung beschreibt ausführlich die intellektuelle Bandbreite der konservativen Ideen als Reaktionen auf die durch die Studentenbewegung veränderte politische Kultur. Sie zeigt, dass konservatives Denken insgesamt keineswegs nur auf Arrangements mit dem liberalen Verfassungsstaat beruht, sondern zum großen Teil auf antidemokratischen, antiegalitären und national-identitären Überzeugungen gründet.

Inhalt

1 Einleitung: Der herausgeforderte Konservatismus
1.1 Einstieg
1.2 Fragestellung und Hypothesen
1.3 Die materielle Konstruktion der Untersuchung

2 Konstellationen um 1968
2.1 Der Konservatismus vor dem Umbruch
2.2 Die Neue Linke - Facetten eines gegnerischen Prinzips

3 Universität, Schule und Bildung
3.1 Schulen und Bildung
3.2 Hochschulen und Universitäten
3.3 Zum Stellenwert der doxa in der konservativen Universitäts- und Bildungskritik

4 Anspruchsinflation und (Un-)Regierbarkeit
4.1 Die Revision des Sozialstaatsprinzips im deutschen Konservatismus
4.2 Unregierbarkeit: Die pluralistische Verunsicherung
4.3 Zwischenstück: "Tendenzwende" zur Regierbarkeit?
4.4 "Geistige Wende" (Günter Rohrmoser)

5 Streit um die Verfassung
5.1 Politisierung als Polarisierung
5.2 Zur Frage der ›Radikalen‹ im Öffentlichen Dienst
5.3 "Folge-Erscheinungen":Die geistige Herausforderung des Terrorismus

6 Krieg im Frieden: Wehrhaftigkeit durch nationale Selbstbestimmung?
6.1 Gegen die Verabsolutierung der "Hypermoral" (Arnold Gehlen)
6.2 "Ratlos vor dem Feinde"
6.3 Das Primat des Nationalen als Ausdruck kollektiver Selbstbestimmung
6.4 Das enge Korsett der Westbindung

7 Streit um die Vergangenheit
7.1 Beobachtungen zum konservativen Thema vom ›Geschichtsverlust‹
7.2 ›Historikerstreit‹: Der Geschichtsdiskurs und die ›nationale Frage‹
8 Der neurechte Konservatismus auf dem Weg in die Berliner Republik
8.1 Jenseits oder diesseits des Verfassungsstaats? Zu einigen Prämissen der bisherigen Forschung
8.2 Diskursfragmente einer Rechtsverschiebung
8.3 Einflussgrenzen des neurechten Konservatismus

9 Bemerkungen zum Wandel des herausgeforderten Konservatismus
9.1 Melancholie der Demokratie
9.2 Konservative Erneuerung?
9.3 Die ideologischen Figuren des herausgeforderten Konservatismus

10 Resümee und Ausblick

Literaturverzeichnis

Rezension

"Die Analyse definiert eine große Bandbreite von unterschiedlichen konservativen Positionen, trennt diese aber nicht terminologisch-kategorial von der Neuen Rechten. Stattdessen erläutert Maier vielmehr, dass konservative Weltanschauungen sehr häufig totalitär, nationalidentitär und elitär argumentieren. Diese antidemokratischen Untiefen in einem weiten Spektrum des konservativen Diskurses bewegen Maier dazu, auch die Neue Rechte nach 1968 als eine Spielart des Konservatismus zu fassen und umgekehrt das konservative Arrangement mit dem liberalen Verfassungsstaat zu hinterfragen bzw. in Zweifel zu ziehen.[...]
Mit 741 Seiten Text und über 600 unterschiedlichen Quellen im Literaturverzeichnis handelt es sich hierbei im wahrsten Sinne des Wortes um ein Opus Magnum. Dieser Umfang ist gleichermaßen die große Schwäche und Stärke der Arbeit. [...] Aber der Umfang ist zweifelsohne ebenso die Stärke und das Alleinstellungsmerkmal, welches den Text für das interessierte Fachpublikum so ausgesprochen wertvoll macht. Martin G. Maier schließt mit dieser überaus belesenen Analyse ein Desiderat der Erforschung konservativer Richtungskämpfe in der Bundesrepublik Deutschland." [Dr. Jan-Paul Klünder: "Die konservative Identitätskrise" in: Portal Ideengeschichte, www.uni-marburg.de/de/fb03/politikwissenschaft/fachgebiete/politische-theorie-und-ideengeschichte/portal-ideengeschichte-1/aktuelles/nachricht/rezension-martin-g-maier-der-herausgeforderte-konservatismus-von-1968-bis-zur-berliner-republik-marburg-bdwi-2019-von-jan-paul-kluender ]

Zugehörige Dateien:
Werbeflyer_H-S12.pdfDownload (1388 kb)

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