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»Wissenschaft ist also ein prinzipielles Gegen-den-Strom-Schwimmen.«

Klaus Holzkamp

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Forum Wissenschaft

Wissenschaftsfreiheit zwischen humanistischen Anspruch und zunehmendem Druck des militärisch-industriellen Komplexes

Mittwoch, 29.05.2024, 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr

Online-Vortrag mit Christoph Marischka (Informationsstelle Militarisierung e.V.)

Zivilklauseln sind über viele Jahrzehnte erkämpfte Selbstverpflichtungen an über 70 Hochschulen, allein für zivile Zwecke zu lehren, zu lernen und zu forschen. Ganz im Sinne der sog. „Zeitenwende“ fordern Spitzenpolitiker*innen die Abschaffung und Überprüfung von Zivilklauseln. In Bayern ist Markus Söder den nächsten Schritt gegangen und fordert in einer Gesetzesvorlage gar die zwangsweise Kooperation der Hochschulen mit der Bundeswehr und im Kriegsfall mit der Rüstungsindustrie. Zivilklauseln seien nicht (mehr) zeitgemäß, so der Tenor. Nach jahrzehntelanger militärischer Zurückhaltung in Folge der Niederringung des deutschen Faschismus sieht die Bundesregierung nun wieder das Potential für eine deutsche „Führungsrolle“ (Lars Klingbeil) aufkommen, die auch durch Waffengewalt verwirklicht werden soll. Um dafür die Gesellschaft „kriegstüchtig“ (Boris Pistorius) zu machen, bedürfte es auch der Militarisierung der Hochschulen als ideologische Wegbereiter und Lieferanten passender Forschungsergebnisse und Absolvent*innen. Auf der anderen Seite regt sich aber auch Widerstand vonseiten wissenschaftlicher Akteur*innen, Gremien, Verbänden, Fachgesellschaften und Gewerkschaften. Dem humanistischen Anspruch und der verantwortungsvollen Forschung verpflichtet, forderte die Bewegung u.a. bei zwei bundesweiten Zivilklauselkongressen nicht nur den Erhalt, sondern den Ausbau von Zivilklauseln. Die Auseinandersetzung ist nicht nur eine Verteidigung der wissenschaftlichen Freiheit, nicht im Dienste des Krieges und der Militarisierung zu lernen und zu forschen. Sie tritt auch für eine positive Alternative ein: „Wir haben besseres vor: In unserem Interesse ist jene Wissenschaft, mit der wir für internationale Abrüstung, Verständigung und Kooperation, sowie für die soziale und ökologische Erneuerung des Zusammenlebens als notwendige Voraussetzungen für eine lebenswerte Zukunft aller Menschen eintreten" (Abschlusserklärung Kongress März 2024).

Gemeinsam mit Christoph Marischka von der Infomrationsstelle Militarisierung (IMI) wollen wir einen systematischen Blick auf die politischen, ökonomischen und ideologischen Hintergründe und Strukturen der neusten Entwicklungen werfen. Vertreter*innen der bundesweiten Ziviklauselbewegung ("Initiative Hochschulen für den Frieden- Ja zur Zivilklausel") berichten von aktuellen Auseinandersetzungen, welche Ansprüche die Bewegung formuliert und wie man sich ihr anschließen kann.

Die Einwahldaten:
meet.goto.com/667845469

Die Veranstaltung findet im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltungsreihe „Wissenschaftsfreiheit – ein umkämpftes Feld“ von BdWi, fzs und NGAWiss statt.

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