BdWi - Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

»Wissenschaft ist also ein prinzipielles Gegen-den-Strom-Schwimmen.«

Klaus Holzkamp

Newsletter abonnierenKontaktSuchenSitemapImpressumDatenschutz
BdWi
BdWi-Verlag
Forum Wissenschaft

Gender. Class. Crisis. Perspektiven und Fragen feministisch-intersektionaler Klassenpolitik

Freitag, 29.03.2019, 13:00 Uhr bis Sonntag, 31.03.2019, 12:30 Uhr

Frühjahrsakademie von FIB, BdWi und Rosa-Luxemburg-Stiftung in Werftpfuhl (bei Berlin)

Weltweit werden rechtspopulistische und neofaschistische Kräfte stärker. Die Diskussion um linke Alternativen zur autoritären Rechtsentwicklung hängt jedoch oftmals noch im falschen Gegensatz von »Klassenfrage« und »Identitätspolitik« fest. Dabei gerät schnell aus dem Blick, dass starker Widerstand häufig von (queer-)feministischen und antirassistischen Bewegungen ausgeht. Bewegungen wie die Women’s marches, Frauen*streiks, #MeToo, »Ni Una Menos«, Black lives matter richten sich gegen vielfältige Gewaltverhältnisse, sie sind politisch plural und haben eine heterogene soziale Basis.
So vielfältig die Bewegungen sind, so vielfältig scheinen auch ihre inhaltlichen Verortungen und politischen Suchprozesse. Sind es Bewegungen, die bestehende Errungenschaften verteidigen oder werden Horizonte für radikale Gesellschaftsveränderung eröffnet? Auf welche gesellschaftlichen Widersprüche reagieren feministische Bewegungen bzw. welche gesellschaftlichen Bedingungen und Entwicklungen verleihen den aktuellen feministischen Bewegungen Aufwind?
Wir wollen die alte Frage der Hegemonie (queer-)feministisch-intersektional aufwerfen und nach den gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen fragen. Wo entstehen gegenwärtig Widersprüche in den Geschlechterverhältnissen, Auseinandersetzungen um vergeschlechtlichte Subjektivitäten, Körper, Sexualität und die Organisationsweise der sozialen Reproduktion?
Dafür ist die Frage der Klasse ebenso zentral wie problematisch und umkämpft. Kämpfe von Frauen*, Migrant*innen und POC und queeren Menschen werden häufig nicht als »Klassenkämpfe« wahrgenommen, sondern teilweise sogar in einen politischen Gegensatz dazu gebracht. Es geht daher auch um Suchprozesse feministisch-intersektionaler Perspektiven auf Klassenkämpfe und Klassenzusammensetzung. Eine Erneuerung von Klassentheorie muss (Lohn)Arbeit und Lebensweise, Subjektivität und verkörperte Erfahrungen, Spuren sozialer Kämpfe und Formen der Organisierung im Alltag einbeziehen. Diese sind durch Zusammenhänge von Geschlechterverhältnissen, Rassismus, Hetero- und Cisnormativität, Disability, (post)kolonialen Verhältnissen und damit verbundene Formen struktureller Gewalt geprägt.

Gemeinsam wollen wir Suchprozesse für intersektionale Formen der Politik und Organisierung, Kämpfe um soziale Reproduktion und gegen Rassismus, queer-/trans*-feministische, intersektionale Perspektiven auf Prekarität und Klasse diskutieren. Welche Veränderungen und Allianzen sind notwendig, um gegen einen autoritären Kapitalismus emanzipatorische Veränderungen zu erreichen? Was bedeutet in diesem Zusammenhang Feminisierung der Politik und wie wird mit Machtverhältnissen innerhalb feministischer Bewegungen umgegangen? Wie ist das Verhältnis von Politiken um Sichtbarkeit und solidarischer Organisierung im prekären Alltag?

Die Frühjahrsakademie findet vom 29. bis 31. März 2019 im Tagungshaus »Kurt Löwenstein« in Werftpfuhl (bei Berlin) mit Unterbringung und Vollverpflegung statt und wird von FIB und BdWi in Kooperation mit verschiedenen Partnern, u.a. der Rosa-Luxemburg-Stiftung, veranstaltet.

Es wird eine Kinderbetreuung und bei Bedarf Flüsterübersetzung (Deutsch-Englisch) geben. Die Übernachtung ist in 4-Bett-Zimmern organisiert.

Für Geringverdienende und Erwerbslose sind geringere Teilnahmebeiträge möglich.
Die Teilnehmer_innenzahl ist begrenzt, um Anmeldung wird gebeten.

Inhaltliche Organisation der Frühlingsakademie: Julia Dück und Lia Becker

Programmplan:

Freitag, 29.3.2019

12.30 Uhr: Mittagessen

13.30 Uhr: Begrüßung und Eröffnung
Lia Becker & Julia Dück: Fragen feministisch-intersektionaler Klassenpolitik

14.00 - 18.00 Uhr: Block I: Klasse feministisch- intersektional denken und analysieren

Alexandra Scheele (Uni Bielefeld): Feministische Perspektiven auf Arbeit, Prekarität und Emanzipation
Edna Bonhomme (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte): »Ain’t I a Woman*?« Schwarze feministische Kritik, De-Kolonisierung des Feminismus und Kapitalismuskritik
Julia Dück (Uni Jena): Klasse, Geschlecht, soziale Reproduktion revisited. Zur Erneuerung marxistisch-feministischer Perspektiven auf Kämpfe um soziale Reproduktion
Thomas Goes (Sofi Göttingen): Wer ist »die Klasse« und wie setzt sie sich zusammen? Überlegungen zur Klassenanalyse der BRD im Anschluss an Nicos Poulantzas Klassentheorie

18:00 Uhr: Abendessen und gemütlicher Teil

Samstag, 30.3.2019

9.30 – 12.30 Uhr: Block II: Autoritärer Neoliberalismus und Analyse der feministischen Kräfteverhältnisse

Inga Nüthen (Uni Marburg): Queere Politiken und Kritik von Heteronormativität im autoritären Neoliberalismus
Katharina Hajek (Uni Koblenz): Veränderte Familienverhältnisse und neoliberale Regulation von gender und Subjektivität
Katrin Reimer-Gordinskaya (FH Magdeburg-Stendal): Krisenhafte Lebensweisen und autoritärer Populismus. Subjektwissenschaftliche Perspektiven auf gender und Klasse im Alltag.
Barbara Fried (Institut für Gesellschaftsanalyse der RLS): Warum brauchen wir feministische Klassenpolitik?

12.30 Uhr: Mittagspause

14.00 - 17.00 Uhr: Arbeitsgruppen

AG I: Feministische Perspektiven auf Kämpfe um soziale Reproduktion
mit Julia Dück, Sabine Hattinger-Allende (Uni Wien)

AG II: Klasse mit transfeministischer Differenz. Trans*-Lebensweisen und Intersektionalität
mit Lia Becker, Francis Seeck (HU Berlin) und Tamás Jules Fütty (Uni Kiel, angefragt)

17.00 – 19.00 Uhr: Pause und Abendessen

19.00 – 21.00 Uhr: Frauen*streiks und intersektionaler Feminismus: Wer kämpft mit wem und wofür?

Diskussion mit verschiedenen Aktiven der Frauen*streik-Bewegung

21.00 Uhr: Gemütlicher Teil

Sonntag, 31.3.2019

9.30 - 12.30 Uhr: Block III: Über den Kapitalismus hinaus. Neue Beziehungsweisen, Hegemonie und queer-feministische Utopien

Alex Demirovic (Fellow am Institut für Gesellschaftsanalyse der RLS): Hegemonie und Intersektionalität. Sozialismus und die Pluralität der Emanzipationsperspektiven
Ina Kerner (Uni Koblenz): Alles intersektional? Zum Verhältnis von Rassismus und Sexismus und der Erweiterung der Klassenfrage

Der Zeit- und Themenplan wird noch aktualisiert.
Teilnahmebeitrag: 60 Euro (ermäßigt 40 Euro) bei Unterkunft im Mehrbettzimmer
Anmeldung an: FIB beim BdWi, Gisselberger Str. 7, 35037 Marburg
E-Mail: fib@bdwi.de

Ort: Kurt-Löwenstein-Haus, Werftpfuhl (bei Berlin)

* = Obligatorisch
Anmeldung*
Vorname*
Name*
E-Mail*
Straße*
PLZ, Ort *
Verpflegung*
Zimmer*
Anmerkungen
Mitgliedschaft
Ich möchte Mitglied des BdWi werden
Newsletter
Ich möchte den BdWi-Newsletter abonnieren

> Zurück

Zum Seitenanfang | Druckversion | Versenden | Textversion