BdWi - Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

»Wissenschaft ist also ein prinzipielles Gegen-den-Strom-Schwimmen.«

Klaus Holzkamp

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Hochschule und Demokratie. Debattenbeiträge zu 40 Jahren StudentInnenbewegung, Hochschulreform und außerparlamentarischer Opposition

  
 

978-3-939864-06-6

BdWi/fzs/GEW (Hg.)

BdWi-Studienheft 5

ISBN: 978-3-939864-06-6, August 2008, 64 Seiten A4, 7,00 EUR

Sonderrabatt für WeiterverkäuferInnen (z.B. Studierendenvertretungen und Verbände): ab 5 Exemplaren 10%; ab 10 Exemplaren 20%; ab 20 Exemplaren 30%

Hier kann das Studienheft bestellt werden.

Ein weiteres Medienerzeugnis zur thematischen Konjunktur um "40 Jahre 68"? Nicht ganz! Das vorliegende Studienheft möchte kein Jubiläum feiern oder irgendjemandes Vergangenheit "bewältigen", sondern den Blick auf das Thema erweitern. Unser Ausgangspunkt sind die sozialen Konflikte und politischen Widersprüche der Gegenwart, insbesondere, wenn auch nicht nur, im Hochschulbereich. Aus dieser Perspektive interessiert uns die Frage, ob die Themen, Analysen und Strategien, die im politischen 68er-Milieu und der durch dieses nachhaltig mitgeprägten zeitlich folgenden Bildungsreformbewegung entwickelt wurden, etwas zum Verständnis des Aktuellen beitragen.

Damit soll "68" zugleich wieder in eine historische Kontinuität zur Gegenwart gerückt und so der in der medialen Inszenierung des Themas dominierenden Entpolitisierung entgegengewirkt werden. Die 68er-Revolte war kein aus ihrer Vor- und Nachgeschichte isolierbares "Event", das je nach politischer Konjunktur oder persönlicher Befindlichkeit identifikatorische Bekenntnisse oder reumütige Distanzierungen abverlangt. Sie war auch keine politisch homogene, sondern eine vielgestaltige Bewegung, deren gemeinsamer Nenner die Kritik an überkommenen Autoritäten und verkrusteten sozialen Institutionen war, welche dem Freiheitsverlangen des/der Einzelnen entgegenstanden. Aus diesem Impuls heraus wurden etwa Analysen und politische Strategien zur Hochschulreform entwickelt, die - gerade weil sie später nur in eine technokratisch halbierte "Reform" mündeten - zur Erhellung aktueller politischer Konflikte, möglicherweise sogar zur Reprise einer radikaldemokratischen Reformpolitik, Erhebliches beitragen können. In den 1970er Jahren gab es an westdeutschen Hochschulen heftige politische Debatten um die Frage, worin die ›Praxisrelevanz‹ eines Studiums zu bestehen habe. Das Projekt einer permanenten Studienreform schlief in den 1980ern ein, ohne dass die Probleme gelöst waren. Zwanzig Jahre lang geschah nichts. Mittlerweile haben wir den ›Bologna-Prozess‹, der Kriterien wie mehr ›Praxis-‹ und ›Berufsorientierung‹ins Zentrum einer Reorganisation des Studiums stellt. Er ist jedoch eher von politischem Desinteresse begleitet. Warum? Weil durch die technokratische Art und Weise, wie sich auf ›Praxis‹ bezogen wird, alle möglichen Kontroversen und gesellschaftlichen Konflikte, die in diesem Begriff schlummern, entsorgt werden. Stattdessen wird so getan, als könne man ›berufsorientierend‹ als eine Art technisches Gütesiegel auf neu geschnitzte Studiengänge draufkleben.

Inhalt

  • Redaktion: Vorwort
  • ...eigentlich müssten wir uns reinschmeißen! Ein ›Streitgespräch‹ zwischen AkteurInnen von 1968 und heute
  • Retrospektive
  • Sonja Staack: Verdammt lang her? Die SDS-Denkschrift - heute neu gelesen
  • Karl Heinz Heinemann: Auf der Suche nach dem historischen Subjekt
  • Stephan Klecha: Jugend und Politik in den 1960er Jahren
  • Marc-Dietrich Ohse: Hoffnung und Enttäuschung. '68 in der DDR
  • Norbert Frei: Paris im Mai
  • Gisela Notz: Die neuen Frauenbewegungen: Vom Tomatenwurf 1968 bis heute
  • Georg Fülberth: Stellvertreter Faschismus
  • Hochschule in der Demokratie - 1968-2008
  • Torsten Bultmann: Die Erfindung der Hochschulpolitik - und ihre wiederkehrenden Muster
  • Klemens Himpele / Jana Schultheiss: Chancengleichheit im Spiegel ökonomischer Rahmenbedingungen
  • Stefanie Schröder: BAföG - soziale Öffnung - Chancengleichheit? Eine kritische Bilanz sozialer Studienfinanzierung in Deutschland
  • Susanne Draheim / Tilman Reitz: Streit der Exzellenzen. Die konservative Kritik des deutschen Bologna-Prozesses
  • Ulf Banscherus: Wer hat's erfunden...? Zur Diskussion über die Einführung gestufter Studiengänge in Deutschland seit den 1960er Jahren
  • Torsten Bultmann / Rolf Weitkamp: Mehr Ungleichheit wagen! "Elitenförderung" als Dementi der ersten Hochschulreform
  • Demokratie in der Hochschule - 1968-2008
  • Alexandra Ortmann: Partizipation, Paritäten, Peers. Studentische Mitbestimmung im konzeptionellen Wandel
  • Peer Pasternack: Verantwortungsdiffusion und präsidialer Bonapartismus
  • Regina Weber: Dauerthema ›Politisches Mandat‹ (PM). Der alte Streit im neuen Kleid
  • Claudia Kleinwächter: Wer lehrt, ist Hochschullehrer? Der akademische Mittelbau wartet seit 1968 auf Verbesserungen
Zugehörige Dateien:
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Werbeflyer, Seite 1Download (3309 kb)

Personen:
>Torsten Bultmann
>Gisela Notz
>Sonja Staack
>Werner Zentner

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