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»Wissenschaft ist also ein prinzipielles Gegen-den-Strom-Schwimmen.«

Klaus Holzkamp

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Sag nie, du gehst den letzten Weg

  
 

3-924684-55-3

Lin Jaldati, Eberhard Rebling

Reihe Sammlung 1

ISBN 3-924684-55-3, September 1995, 772 Seiten, Hardcover, 18,00 EUR (Mängelexemplare 14,00 EUR)

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Den Weg Eberhard Reblings - geboren 1911 in Berlin als Sohn eines preußischen Offiziers -,später erfolgreicher Pianist und Musikwissenschaftler, verfolgen wir über die ersten Jahre der Nazi-Diktatur in die Emigration nach Holland. Hier begegnet er 1937 Lin Jaldati, einer jüdischen Tänzerin und Sängerin, die im ärmsten Teil des Amsterdamer Judenviertels geboren wurde.

Dem drohenden faschistischen Rassenwahn wirken beide durch Programme mit jiddischen Liedern und Solotänzen auf jüdische Sujets entgegen. Sie behaupten sich gegen familiäre Vorurteile und seit dem deutschen Überfall auf die Niederlande 1940 gegen alle Fährnisse im antifaschistischen Widerstand. Lin beginnt sofort mit konspirativer Tätigkeit, Eberhard verweigert den Dienst in der deutschen Wehrmacht. Beide gehen mit ihrer kleinen Tochter Kathinka 1942 in die Illegalität und helfen bedrängten Mitverfolgten; 1944 folgen Verhaftung und Gefängnis. Eberhard wird zum Tode verurteilt, kann sich jedoch durch eine abenteuerliche Flucht aus dem Polizeiauto retten. Lin überlebt die Höllen der Konzentrationslager von Westerbork, Auschwitz und Bergen-Belsen. Dank einer Kette von außergewöhnlichen Zufällen finden sie sich 1945 im befreiten Holland wieder.

Doch schon bald nach den ersten künstlerischen Erfolgen in Holland, den skandinavischen Ländern, in Zürich, Prag, Warschau und Berlin drohen neue Gefahren. Die Intoleranz des beginnenden Kalten Krieges entzieht Ihnen die Existenzgrundlage. Nach der Geburt der zweiten Tochter Jalda siedelt die Familie nach Berlin, in die DDR, über. Hier werden beiden große Chancen künstlerischen und wissenschaftlichen Wirkens geboten. Eberhards Tätigkeiten als Hochschulprofessor, Pianist und Autor zahlreicher Bücher über Musik und Tanz werden auch im Ausland hoch geschätzt. Lin setzt sich unermüdlich, wenn auch zeitweilig gegen erheblichen Widerstand, für das jiddische Lied ein und erfährt - von Eberhard am Klavier begleitet - auf vielen Reisen durch ganz Europa, nach Kanada, Süd- und Ostasien breite Anerkennung.

Seit 1979 treten beide mit Tochter Jalda als singender Schauspielerin und seit 1982 mit Tochter Kathinka als Geigerin im In- und Ausland auf - auch in Israel und den USA. Lins Tod 1988 beendet diese einzigartige Zusammenarbeit und den langen gemeinsamen Weg.

In wechselnd geschriebenen Kapiteln lassen Lin und Eberhard - aus ihrer jeweiligen Sicht und mit je eigenem Temperament - die Leserinnen und Leser teilnehmen an ihren oftmals schwierigen Entscheidungen, an ihrem Glück und ihrem Elend, an ihrem Weg, den beide bewusst und wagemutig, konsequent und aufrichtig gegangen sind.

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