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Klaus Holzkamp

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Wandel der Hochschulstruktur durch weiche Steuerung

  
 

978-3-939864-21-9; Foto: Norman Foster / Wikimedia Commons

Sarah Walz

Wandel der Hochschulstruktur durch weiche Steuerung
Das Beispiel der Freien Universität Berlin

Reihe Hochschule, Band 10

ISBN 978-3-939864-21-9, Februar 2016, 154 Seiten, 8,00 EUR, Remissionsexemplare 6,00 EUR

Hier kann der Band bestellt werden.

Seit einigen Jahren sieht es so aus, als ob Hochschulen nur noch an der effektiven Produktion von Absolventen und Absolventinnen für die internationalen Märkte und sehr viel weniger, wenn überhaupt, an der Ausbildung einer kritischen Intelligenz interessiert sind. Zur Analyse und Lösung der zahlreichen Krisen (und Kriege) der vergangenen Jahre haben die Gesellschaftswissenschaften wenig beigetragen. Anders als nach der Finanzkrise 2007 verkündet fand eine Abkehr von der neoliberalen Politik gerade an Hochschulen keineswegs statt. Das Gegenteil war der Fall. Jetzt erst begann so richtig das Diktat einer Ökonomisierung der Bildung zu greifen. Der Hebel für den durchschlagenden Erfolg neoliberaler Reformen im Hochschulbereich unter dem Motto "Mehr Autonomie für die Hochschulen" ist das Konzept einer weichen Steuerung, das von bisherigen Strategien der Hochschulpolitik abweicht. Weiche Steuerung oder "soft law", wie der englische Begriff heißt, ist das Gegenteil einer "harten Steuerung" durch Gesetze, scheinbar schonungsvoll, menschenfreundlich und angenehm, aber anders als diese nicht demokratisch legitimiert. Als Beispiel für die Transformation einer Institution mittels des Konzepts weicher Steuerung wird in dem Band die Freie Universität Berlin, insbesondere der Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften, untersucht.

Inhalt

1 Einleitung
2 Weiche Steuerung, Konzept und Implementation an der FU
3 Umstrukturierung der akademischen Selbstverwaltung
4 Neuorientierung der FU: von der "Veritas" zur Wissenschaft als Ware
5 Fallbeispiel: Der FB Politik- und Sozialwissenschaften
6 Forschungsförderung in Form ungleicher Mittelzuweisung
7 Blendung, Bindung und Einschüchterung
8 "Reclaim - Regain"- Fordere zurück und gewinne
9 Fazit

Über den Titel

"[...] Sarah Walz [...] hat mit ihrer hier veröffentlichten Diplomarbeit den Mut, die Umsetzung der Reformen und ihre Folgen am Beispiel der Freien Universität Berlin und dort insbesondere in den Politikwissenschaften aufzudecken und zugleich den Widerstand gegen sie zu würdigen[...].
Die ›Bologna-Reformen‹ werden in der öffentlichen Diakusssion meist positiv und unkritisch als Übergang [...] zu einer durch die neue Hochschulautonomie ermöglichten ›weichen Steuerung‹ dargestellt. [...] Der Begriff ›weiche Steuerung‹ signalisiert zwar eine nicht-hierarchische Steuerung, weil sie über Vereinbarungen mit den Professuren innerhalb der Hochschulen geregelt wird. Es sind aber Vereinbarungen, die meist von der Hochschulleitung diktiert werden. [...]"
Gerhard Zimmer in: DAS ARGUMENT 319: 749f; hier: 749

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