BdWi - Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

»Wissenschaft ist also ein prinzipielles Gegen-den-Strom-Schwimmen.«

Klaus Holzkamp

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Wissenschaft und Geschlecht

  
 

978-3-939864-14-1

BdWi / fzs / GEW / StuRa der FSU Jena / ÖH (Hg.)

Erfolge, Herausforderungen und Perspektiven

BdWi-Studienheft 8

ISBN: 978-3-939864-14-1, Dezember 2011, 64 Seiten A4, 8,00 EUR.

Sonderrabatt für WeiterverkäuferInnen (z.B. Studierendenvertretungen und Verbände): ab 5 Exemplaren 10%; ab 10 Exemplaren 20%; ab 20 Exemplaren 30%

Hier kann das Studienheft bestellt werden.

Seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts entwickelte sich in den kapitalistischen Industrieländern die Neue Frauenbewegung. Diese war seit Beginn überproportional in akademischen Milieus verankert. Hier hat sie auch ihre größten Erfolge zu verzeichnen, welche - obgleich zäh erkämpft - zugleich relativ und politisch nicht unwiderruflich sind. So gibt es etwa heute in Deutschland und Österreich die am besten ausgebildete Frauengeneration in der Geschichte beider Länder, Frauen haben im Durchschnitt die besseren Schulabschlüsse und nehmen mittlerweile in größerer Zahl als Männer ein Studium auf. Dennoch bleibt die Wissenschaft eine Männerdomäne, auch oder gerade was personale Förderpraktiken und Entscheidungsstrukturen betrifft. So sind in Deutschland erst knapp über 18 Prozent aller Professuren von Frauen besetzt.

Erfolge kamen häufig erst spät. Nachdem die Demokratisierung der Hochschulen längst politisch abgewürgt und ihre Finanzierung eingefroren war, entstanden in den 1980er Jahren hochschulrechtliche Gleichstellungsvorschriften und institutionelle Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte mit eigenen Ressourcen. Zeitgleich etablierten sich in einzelnen Bereichen der Hochschulen feministische Forschungsthemen. Das Thema ›Gleichstellung‹ wurde zumindest in der offiziellen Politik anerkannt. Was freilich mit Versuchen politischer Entschärfung verbunden war. Aus Frauenpolitik wurde Geschlechterpolitik und schließlich kamen Gender Mainstreaming und Diversity-Konzepte hinzu. Mit diesen Umbenennungen "ging die Frage nach Herrschaft verloren." (Frigga Haug) Neuerdings taucht Gleichstellung sogar als obligatorisches Erfolgskriterium in wettbewerbs- und elitepolitisch ausgerichteten Hochschulsonderprogrammen wie der deutschen ›Exzellenzinitiative‹ auf. Mit der berechtigten Kritik an solchen politischen Eingemeindungen ist freilich die Frage nicht beantwortet, inwieweit sich auf derartigen politischen Klaviaturen möglicherweise ›gegen den Strich‹ spielen lässt, um gegenhegemoniale Denk- und Praxisansätze zu fördern.

Es gibt also einen erheblichen Diskussionsbedarf. Mit dem vorliegenden Studienheft wollen die HerausgeberInnen versuchen, die verschiedenen politischen und akademischen Handlungsansätze des Gleichstellungsthemas in eine gemeinsame Perspektive zu rücken und zwischen ihnen eine Diskussion zu ermöglichen.

Torsten Bultmann (BdWi)
Janine Wulz (ÖH)
Erik Marquardt, Salome Adam (fzs)
Andreas Keller, Anne Jenter (GEW)
Cindy Salzwedel, Mike Niederstraßer (StuRa FSU Jena)

Inhalt

  • Redaktion: Vorwort

Theorie und Geschichte

  • Jana Schultheiss: Warum überhaupt Gleichstellung? ...und welcher Feminismus?
  • Gisela Notz: "Mit scharrenden Füßen und Pfiffen begrüßt" 100 Jahre Frauenstudium in Deutschland
  • Ursula Kneer: Die neue Logik des Reformierens. Institutionalisierung von Frauenförderpolitik in den Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland
  • Ingrid Miethe: Frauen im Bildungssystem der DDR. Ansprüche und Wirklichkeit
  • Heike Raab: Queer Theory und Intersektionalitätsforschung. Zur Aktualität einer Debatte

Rollenzuschreibungen durch Bildung

  • Inka Greusing: Ingenieurwissenschaften. Inkorporiertes Differenzwissen und Gleichheitsnorm
  • Thomas Viola Rieske: Jungenbenachteiligung an Schulen? Neues Ungleichheitsphänomen oder oberflächliche Diagnose?

Rahmenbedingungen und Instrumente

  • Ruth Becker: Geschlechtergerechtigkeit an Hochschulen. Manches ist erreicht, vieles ist noch zu tun
  • Jennifer Jäckel: Die Leaky Pipeline neu denken. Intersektionale Perspektiven auf Ausschlussmechanismen an Hochschulen
  • Klemens Himpele / Anne Knauf: Gender-Aspekte beim Übergang vom Bachelor zum Master
  • Romy Hilbrich: Lehre, Forschung und Geschlecht im Spannungsfeld von Differenz und Hierarchie
  • Katharina Mader: Gleichstellungsinstrumente. Der Einsatz von Gender Mainstreaming, Gender Budgeting und Diversity Management an österreichischen Universitäten
  • Sahra Damus: Mehr Gleichstellung durch mehr Wettbewerb? Effekte neuer Hochschulsteuerungsmodelle

Inhalte von Wissenschaft und Forschung

  • Heike Kahlert: Hat Wissenschaft ein Geschlecht? Androzentrismus und Androzentrismuskritik
  • Stefanie Wöhl: Die Kategorie "Geschlecht" in der politikwissenschaftlichen Staatsforschung
  • Alexandra Weiss: Disziplinierter Feminismus? Feministische Forschung zwischen Institutionalisierung, Transformation und Anpassung
  • Melanie Fröhlich / Florian Kaiser: Studierendenschaften in Europa. Ein Ort der Gleichberechtigung?
  • Judith Goetz: ›Good will‹, Kavaliersdelikte und zahnlose Maßnahmen. Hindernisse der Gleichstellung an österreichischen Hochschulen
Zugehörige Dateien:
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