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»Wissenschaft ist also ein prinzipielles Gegen-den-Strom-Schwimmen.«

Klaus Holzkamp

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Menschenrecht auf Bildung

  
 

978-3-939864-09-7

BdWi/fzs/GEW/VDJ (Hg.)

BdWi-Studienheft 6

ISBN: 978-3-939864-09-7, November 2009, 68 Seiten A4, 8,00 EUR (Remissionsexemplare 6,00 EUR)

Sonderrabatt für WeiterverkäuferInnen (z.B. Studierendenvertretungen und Verbände): ab 5 Exemplaren 10%; ab 10 Exemplaren 20%; ab 20 Exemplaren 30%

Hier kann das Studienheft bestellt werden.

Eine der zentralen Forderungen des Bildungsstreikes im Juni 2009, an dem sich hunderttausende Schülerinnen, Schüler und Studierende beteiligten, war die nach einer Bildungsbeteiligung als Rechtsanspruch. Dieses Anliegen richtete sich auch gegen zunehmenden Zeit- und Leistungsdruck, zunehmende Konkurrenz sowie zunehmende Privatisierung der Kosten - alles Begleiterscheinungen des gegenwärtigen ›wettbewerbspolitischen‹ Umbaus der öffentlichen Bildungsinstitutionen, durch den Bildung eher verhindert als ermöglicht wird.

"Menschenrecht auf Bildung"? Dabei denken viele vermutlich eher an Sonntagsreden und feierliche Deklarationen ohne politische Verbindlichkeit. Die herrschende Bildungspolitik ist zweifelsfrei bemüht, dieses Recht, das sie ebenfalls im Munde führt, in einen entsprechenden Nebel zu tauchen. Ungeachtet dessen ist dieses Menschenrecht in verpflichtenden internationalen Deklarationen und Abkommen, die auch in die bundesdeutsche Rechtsprechung und zahlreiche Landesverfassungen Eingang gefunden haben, definiert und politisch konkretisiert. Aufgrund ihres politischen Kompromisscharakters lassen die meisten dieser Rechtsnormen allerdings die notwendige Klarheit vermissen, um eine konsequente Durchsetzung des Rechts auf Bildung in vollem Umfang zu ermöglichen. Es gibt also ein Defizit in der Umsetzung geltender rechtlicher Bestimmungen, aber auch ein Defizit an gesetzlichen Bestimmungen, die ein umfassendes Recht auf Bildung gewähren.

Menschenrechte werden Personen als solchen unabhängig von ihrem sozialen Status und ihrer Kaufkraft zugestanden. Sie sind weder handel- noch tauschbar und haben ihren Zweck in sich selbst, d. h. ihre Gewährleistung darf nicht an die zusätzliche Erfüllung eines äußerlichen Zweckes - wie etwa die Tauglichkeit für den Arbeitsmarkt - gekoppelt werden. Derartige Maßstäbe findet man in der deutschen Bildungspolitik immer weniger. Es erweist sich einmal mehr: Die jeweils geltende politische Definition sowie die materielle Ermöglichung von Rechten sind eine Frage der politischen Kräfteverhältnisse. Eine historische Erfahrung lautet: Rechte ›bekommt‹ man nicht als Geschenk, man muss sie sich erkämpfen. Zu dieser Auseinandersetzung will das vorliegende Studienheft mit Argumenten und Analysen einen Beitrag leisten.

Inhalt

  • Redaktion: Vorwort
  • Fundamentales und Herleitung
  • Frank Deppe: Das Konzept sozialer Grundrechte - Grundsätzliches zum Verhältnis von Recht und Politik
  • Alexander Recht/Klemens Himpele: Grenzen und Möglichkeiten gleicher Bildungschancen - Kritik der Neosozialdemokratie
  • Heiner Fechner: Das Menschenrecht auf Bildung
  • Dominik Düber: Hochschulbildung und Demokratie
  • Lena Kreck/Ghazaleh Nassibi: Geschlechtergerechtigkeit in der Bildung?
  • Ingrid Miethe: Gegenprivilegierende Bildungspolitik der DDR der 1950er Jahre. Mythos und Wirklichkeit
  • Bildungspolitik zwischen "Begabungsrhetorik" und sozialem Ausgleich
  • Morus Markard: Begabung und Handlungsfähigkeit
  • Eleni Andrianopulu: Ausländische Studierende zwischen Quote und Marginalisierung
  • Ulf Banscherus: Mit dem Meisterbrief an die Uni?
  • Jana Schultheiss: Marktliche Steuerung von Bildungszugängen
  • Torsten Bultmann: Mehr Bildungschancen durch Studierfähigkeitstest und hochschulinterne Studienplatzvergabe?
  • Adeline Duvivier: Das mehrgliedrige Schulsystem: reformieren! Aber wie?
  • Marianne Demmer: Förderung durch Aussortierung?
  • Emilija Mitrović: Schulbesuch von Kindern illegalisierter MigrantInnen in Hamburg
  • Peter Alheit: Lebenslanges Lernen als neoliberales Machtspiel?
  • Hochschulzugang
  • Wilhelm Achelpöhler: Das Numerus-clausus-Urteil und seine Folgen
  • Klemens Himpele/Sonja Staack: Das Recht auf ein Studium umsetzen
  • Andreas Keller: Gefahr in Verzug
  • Konstantin Bender: Bildung als Menschenrecht - durch die BRD 1968 unterzeichnet!
  • Vanessa Lux: Die passenden Studierenden für ein verschultes Studium?
Zugehörige Dateien:
Werbeflyer SH 6Download (831 kb)

Personen:
>Konstantin Bender
>Torsten Bultmann
>Dominik Düber
>Vera Klier
>Morus Markard
>Emilija Mitrovic
>Sonja Staack
>Werner Zentner

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