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»Wissenschaft ist also ein prinzipielles Gegen-den-Strom-Schwimmen.«

Klaus Holzkamp

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Forum Wissenschaft 3/2017

Gewaltverhältnisse. Eine geschlechterpolitische Bestandsaufnahme

  
 

Forum Wissenschaft 3/2017; Haeferl – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org

Am 25. November jedes Jahres organisieren Menschenrechtsorganisationen Veranstaltungen zum "Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen". Dieser Tag erinnert regelmäßig an spezifische Formen der Unterdrückung, Entrechtung und Ausgrenzung von Frauen und unterstützt die rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung von Frauen.

Dieser Tag greift eine Thematik auf, die lange Zeit völlig tabuisiert war (und in Teilen immer noch ist…). Initiativen der "neuen Frauenbewegung" begannen in den 70er Jahren damit, das Thema "Gewalt gegen Frauen" öffentlich zu thematisieren. Gleichzeitig entstanden die ersten Frauenhäuser als Schutzräume für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder.

1981 riefen lateinamerikanische und karibische Feministinnen den 25. November zum Gedenktag der Opfer von Gewalt an Frauen aus, den die Vereinten Nationen ab 1999 als offiziellen Gedenktag aufgriffen.

Trotz dieser Fortschritte in der öffentlichen Wahrnehmung ist die Problematik längst nicht verschwunden. Eine Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zum Thema Gewalt gegen Frauen ergab 2004 beispielsweise, dass 40% der Frauen in Deutschland seit ihrem 16. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt haben. Ein Großteil dieser Gewalt wird dabei durch Partner oder Expartner und im häuslichen Bereich verübt. Die strafrechtlich erfassten Zahlen liegen weit darunter. Zwar sind in den letzten Jahrzehnten einige entsprechende Tatbestände im deutschen Strafrecht normiert worden, aber längst nicht alle Gewalttaten gelangen zur Anzeige. Hinzu kommt die Schwierigkeit bei der Beweisführung und die Tatsache, dass den Schilderungen der betroffenen Frauen häufig weniger geglaubt wird als denen der Täter.

Gewalt gegen Frauen ist ein weltweites Phänomen und wird keineswegs überall als gesellschaftliches Problem empfunden. So wurde in Russland vor kurzem die strafrechtliche Verfolgung häuslicher Gewalt erheblich gelockert.

Im Themenschwerpunkt dieses Heftes gehen wir auch beispielhaft auf die Situation in Mexiko ein, darüberhinaus richten wir den Fokus auf Fragen geschlechterspezifischer Gewalt mit einem Rückblick auf die "Gewaltdebatte" und die Frauenhausbewegung in den 70er Jahren und auf den Zusammenhang von Gewalt gegen Frauen und Krieg.

Für die Mitarbeit an dieser Ausgabe danken wir allen Autor*innen.

Die nächste Ausgabe von Forum Wissenschaft erscheint im Dezember 2017 mit einem Themenschwerpunkt zur Lehrer*innenbildung. Artikelvorschläge und -angebote nehmen wir gern entgegen. Redaktionsschluss ist der 2. November.

Geschlechterpolitik

Gisela Notz: "…denn so fest, wie er sie liebte, schlug er sie oft auch"

Andrea Amri-Henkel: Unsichtbare Gewalt

Cindy Salzwedel: Herrschaftskritische Geschlechterpolitik

Gert Krell: Männer und Frauen - Krieg und Frieden

Mirjana Mitrovic: Mörderischer Machismo und medialer Widerstand

Louise Haitz / Lydia Kray: "I didn’t break any laws"

Anja Zürn: Vergewaltigung: Eine Waffe des Krieges

Margarete Tjaden-Steinhauer: Männliche Dominanzgesellschaft

Bildung und Wissenschaft

Kurt Stiegler: Festung Europa - jetzt auch an den Hochschulen

Populismus

Carsten von Wissel: Teil des Problems

Georg Auernheimer: "Leitkultur"

Geschichte

Karlheinz Lipp: Stille Heldinnen

Vermischtes

Nachrichten aus Wissenschafts- und Hochschulentwicklung

BdWi-Inlay I-III

Kolumne (Georg Fülberth)

Rezensionen

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