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»Wissenschaft ist also ein prinzipielles Gegen-den-Strom-Schwimmen.«

Klaus Holzkamp

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EBS

28.07.2015: Kolumne

  
 

Forum Wissenschaft 2/2015; Foto: thomas koch / shutterstock.com

Klicken Sie bitte de.wikipedia.org/wiki/Christopher_Jahns oder auch www.faz.net/aktuell/rhein-main/wiesbaden-praesident-der-ebs-muss-gehen-13521352.html, und suchen Sie von da aus im Netz beliebig viele andere Namen, die zunächst unter diesen Links genannt werden. Sie werden ein paar unterhaltsame Stunden haben.

Nachdem Sie wieder ernst geworden sind, können wir drei Jahrzehnte zurückschalten und uns an die Initiative des damaligen - vom Ressort her nicht so recht zuständigen - Außenministers Genscher für die Schaffung von Privathochschulen erinnern. Seitdem sind ja auch einige dieser Einrichtungen entstanden, und ihre bisherigen Geschichten lesen sich manchmal ziemlich ähnlich:

Weil die staatlichen Hochschulen bürokratisiert und ineffizient seien, wurden gebührenpflichtige Privatanstalten gegründet. Der Schwerpunkt lag auf Fächern, deren Studium später ein hohes Einkommen versprach: Medizin, Jura, Betriebswirtschaftslehre. Von Zeit zu Zeit tauchen Bilder von Abschlussfeiern auf: Absolventinnen und Absolventen in Talaren werfen jubelnd ihre Bachelor- oder Master-Kopfbedeckungen in die Luft.

Die neuen Hochschulen sind von Anfang an steuerlich begünstigt, dennoch melden sie nach einiger Zeit finanzielle Schwierigkeiten an. Der Staat wird zu Hilfe gerufen. Er buttert zu oder unterlässt es. In letzterem Fall muss das Experiment als gescheitert angesehen werden, oft nachdem allerlei Job-Hopper an der Spitze dieser Hochschulen sich hohe Gehälter und Abfindungen erwirtschaftet haben.

Vielleicht gibt es irgendwo schon eine Doktorarbeit über die Bilanz dieser Gründungen in den vergangenen Jahrzehnten. Falls nicht, sollte sie bitte bald geschrieben werden.

In den Lehrbüchern steht: Die Privatwirtschaft erwirtschaftet Mittel, aus denen dann öffentliche Einrichtungen bezahlt werden können. Diese sind also abhängige Variablen der Ersteren. Der Fall, dass Privatunternehmen sich auf Staatskosten bedienen und schließlich immer mehr auf die Öffentliche Hand angewiesen sind, kommt nicht im Lehrbuch, wohl aber immer wieder in der Zeitung vor.

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