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Klaus Holzkamp

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Kirche in der Schule - wie lange noch?

  
 

Forum Wissenschaft 3/2013

Im folgenden Beitrag wird ein vor-moderner Anachronismus kritisiert: Der privilegierte Einfluss der christlichen Kirchen auf Schule und Bildung. Die Stellung der Kirche im Bildungswesen hat jahrhundertealte historische Ursachen. Doch unter der Realität einer wachsenden gesellschaftlichen Vielfalt ist es äußerst zweifelhaft, ob diese christlichen Vorrechte mit dem Gebot des weltanschaulich neutralen demokratischen Staates vereinbar sind. Torsten Bultmann formuliert eine Absage an die Reste eines ›Staatskirchentums‹ und begründet dies mit jüngeren gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen.

In den meisten modernen Gesellschaften wurden spätestens im Verlauf des 20. Jahrhunderts die weltanschauliche Neutralität des Staates und die konsequente Trennung von Staat und Kirche durchgesetzt. Diese Trennung ist auch in Artikel 140 des deutschen Grundgesetzes festgeschrieben. Dennoch genießen hierzulande die beiden christlichen Großkirchen exzeptionelle Privilegien im Verhältnis zum Staat, die man kaum noch sonst wo auf der Welt findet. Man könnte dies auch als deutschen Sonderweg einer bloß halbierten Säkularisierung bezeichnen. Bischofsgehälter, Militärseelsorge und schulischer Religionsunterricht werden etwa nicht durch Kirchensteuern, sondern aus dem allgemeinen Steueraufkommen finanziert. Dies gilt auch zu 80 bis 100 Prozent für soziale Einrichtungen, die von den Kirchen betrieben werden. Diese gehören mit zu den größten privaten Arbeitgebern. Ihre Einrichtungen wie die Diakonie oder die Caritas sind aber vom Streikrecht und vom Betriebsverfassungsgesetz ausgenommen. Schließlich ist für unser Thema von besonderem Interesse, dass es einen in der Verfassung verankerten religiösen Erziehungsauftrag des Staates in Kooperation mit den Kirchen gibt.

Hat der Staat einen religiösen Erziehungsauftrag?

In den meisten ›westlich‹ geprägten bürgerlichen Demokratien hingegen gibt es keinen staatlichen Religionsunterricht. In den USA etwa findet dieser ausschließlich in kirchlichen Einrichtungen statt. Ein erzkatholisches Land wie Frankreich hat bereits Ende des 19. Jahrhunderts konfessionellen Unterricht an öffentlichen Schulen verboten. Religionsausübung ist ausschließlich Angelegenheit der Kirchen und der BürgerInnen in ihrer Eigenschaft als Privatmenschen.

Die hiesigen Modernisierungsdefizite erschließen sich auch aus Besonderheiten der deutschen Geschichte. Bevor sich im Laufe des 19. Jahrhunderts ein öffentliches Bildungssystem schrittweise entwickelte (die - ausnahmslose - allgemeine Schulpflicht gibt es erst seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts), waren dessen Vorläufereinrichtungen im Wesentlichen kirchlich getragen und selbst von weltlichen Trägern gegründete Bildungseinrichtungen, etwa Stadtschulen, standen unter kirchlicher Schulaufsicht.1 Eine besonders enge Verbindung von Kirche und Staat förderte der Augsburger Religionsfrieden (1555). Nach längeren kriegerischen Auseinandersetzungen infolge der Reformation legte er eine friedliche Koexistenz der beiden christlichen Konfessionen fest und proklamierte zugleich, dass die Regentschaft eines Landes zugleich die Konfession der Bewohner bestimmen solle ("cuius regio eius religio"). So diente die religiöse Prägung von Bildungseinrichtungen der Durchsetzung territorialstaatlicher Ansprüche der Landesfürsten und der Gewissenskontrolle ihrer Untertanen.2

Vor diesen Hintergründen war insbesondere der Elementarunterricht (heute: Grundschule) bis weit in das 19. Jahrhundert hinein vollständig kirchlich geprägt. Die Forderung "Trennung der Schule von der Kirche", wie sie etwa die Sozialdemokratie in ihrem Gothaer (1875) und Erfurter Programm (1891) erhob, gehört daher zu den zentralen bildungspolitischen Forderungen der Arbeiterbewegung. Dies gelang allerdings weder mit der Weimarer Reichsverfassung noch mit dem Grundgesetz (GG). Dieses definiert in Artikel 7,3 Religion als ordentliches (Pflicht-)Lehrfach an öffentlichen Schulen, welches zwar unter "staatlicher Aufsicht" erteilt werde, aber unter inhaltlicher Verantwortung der Religionsgemeinschaften. Diese restaurative Bestimmung mag auch davon mitgeprägt worden sein, dass sich in der Nachkriegszeit der politische Konservatismus auf der Basis eines überkonfessionellen ›Christentums‹ mit den entsprechenden Großparteien reorganisierte, die sich so zumindest einen Teil ihres künftigen Anhanges bereits über die Schulen zu sichern versuchten. Alle weitergehenden laizistisch geprägten Bildungsreformvorstellungen, die im Zeitraum der Grundgesetzentstehung auch in der öffentlichen Debatte waren, mussten vor diesem Hintergrund scheitern.3

Die Bremer Klausel

Die durchaus uneinheitliche Realisierung von GG 7,3 ist dann wiederum ein Abbild der konfessionellen und bildungsföderalistischen Zersplitterung. In den meisten Bundesländern ist konfessionell getrennter Religionsunterricht Pflichtfach. Die Eltern können allerdings ihre Kinder davon abmelden, in welchem Fall ein Alternativunterricht in Philosophie oder Ethik vorgeschrieben ist. Die SchülerInnen selbst können sich ab dem Alter von 14 abmelden, außer in Bayern und dem Saarland, wo dies erst mit 18 Jahren möglich ist. Abweichungen von GG 7,3 ermöglicht die sog. ›Bremer Klausel‹ (GG Art 141), die gegen den ursprünglichen Widerstand von CDU und Zentrumspartei ins Grundgesetz kam. Der Artikel besagt, dass einzelne Länder von den Bestimmungen zum Religionsunterricht (GG 7,3) abweichen können, in denen vor dem Stichtag 1.1.1949 andere landesgesetzliche Regelungen in Kraft waren. In der bereits gültigen Bremer Verfassung ist festgelegt, dass an den Schulen biblische Geschichte auf allgemein-christlicher Grundlage unterrichtet wird. Das ist kein Bekenntnisunterricht, sondern ein Fachunterricht über Religion als eine historische und gesellschaftliche Tatsache.4 Auch in Hamburg gibt es keinen konfessionsgebundenen Unterricht. Das Berliner Schulgesetz von 1948 schließt staatlichen Religionsunterricht aus und delegiert diesen als freiwilliges Wahlangebot an die Religionsgemeinschaften. Allerdings finanziert das Land Berlin bis heute ca. 90 Prozent der Personalkosten für den freiwilligen Religionsunterricht. Nach der deutschen Einheit berief sich auch Brandenburg - schon aufgrund seiner überwiegend nicht-religiösen Bevölkerung - auf die Bremer Klausel und experimentierte mit einem neu eingerichteten Fach "Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde" (LER). Die grundständige Lehramtsausbildung (und LehrerInnenfortbildung) dafür bietet die Universität Potsdam an. Seit 1996 ist LER für die Klassen 7-10 ordentliches Schulfach. Dagegen zogen insbesondere die Kirchen vor das Bundesverfassungsgericht. Der Streit endete 2001 mit einem Kompromiss, welcher die Möglichkeit eröffnete, LER zugunsten eines freiwilligen Religionsunterrichtes abzuwählen. Von dieser Möglichkeit machten etwa im Schuljahr 2007/08 insgesamt 6,1 Prozent der SchülerInnen Gebrauch.

Die Frage ist nun, wie lange angesichts der jüngeren gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen die beiden christlichen Großkirchen diesen Anspruch, einen derartig starken Einfluss auf junge Heranwachsende ausüben zu wollen, noch aufrecht erhalten können? Mittlerweile leben wir in einer (im deskriptiven Sinne) multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft, nicht zuletzt infolge der Einwanderung aus islamischen Ländern. Etwa ein Drittel der Bevölkerung ist konfessionslos, Tendenz steigend, in Berlin sind dies gar 60 Prozent. Man könnte etwa zu der Annahme neigen, dass es aufgrund der genannten Entwicklungen an der Zeit sei, Religion zumindest als Pflichtfach abzuschaffen, wenn auch nicht gleich als fakultativen Bekenntnisunterricht. Im Widerspruch dazu geht die aktuelle Tendenz eher dahin, religiöse Erziehung auszubauen - und sei es auf multireligiöser Grundlage. Grundgesetz 7,3 spricht allgemein von "den Religionsgemeinschaften", nennt aber keine bestimmten. Darauf stützen sich etwa islamische Verbände mit ihrer Forderung, Islamunterricht schrittweise als reguläres Schulfach einzuführen. Die Lehramtsausbildung dafür übernehmen bereits jetzt in Modellversuchen staatliche Universitäten. Formal spricht nichts gegen diese Forderung. Ob es sich um eine glückliche bildungspolitische Lösung handelt, ist eine ganz andere Frage. Die beiden christlichen Kirchen unterstützen nachdrücklich und leidenschaftlich die Forderung nach Islamunterricht. Wer hätte das gedacht? Auf diese Weise festigen sie natürlich ihre eigene institutionelle Stellung, nicht zuletzt im beanspruchten Proporz mit einer nicht-christlichen Weltreligion.

Berliner ›Religionskrieg‹

Die Bestrebungen, Religionsunterricht - auch auf multikonfessioneller Grundlage - auszubauen und institutionell zu stärken, mündeten 2009 in Berlin in einen regelrechten Kulturkampf. In Folge einer Änderung des Berliner Schulgesetzes 2006 sollte Ethikunterricht für die Klassen 7-10 als Pflichtfach eingeführt und Angebote für Religionsunterricht fakultativ beibehalten werden. Zuvor war Ethik ein Wahlfach.5 Daraufhin gründete sich im März 2007 die Initiative Pro Reli, um Unterschriften für die Einleitung eines Volksbegehrens zu sammeln. Dessen Ziel war eine Änderung des Schulgesetzes, derzufolge Ethik und Religion als alternative Wahlpflichtfächer bereits ab der Grundschule eingerichtet werden sollten. Bis zum Alter von 14 Jahren der SchülerInnen sollten sich die Erziehungsberechtigten für eines der beiden Fächer entscheiden (müssen), ab dem 14. Lebensjahr die SchülerInnen selbst. Im Gegensatz zum seit 1948 gültigen Berliner Schulmodell wäre damit Religion als benotungs- und versetzungsrelevantes - auch für die Studienberechtigung relevantes - (Wahl-) Pflichtfach institutionell aufgewertet worden. Begründet wurde diese Initiative u.a. mit der "kulturellen Vielfalt" Berlins. Das Paradoxe an dieser Position ist, dass eine Entwicklung, die im Grunde den EURheits- und Offenbarungsanspruch der einzelnen Religionen infrage stellt, als Begründung für den Ausbau eines - durch die verschiedenen Konfessionen erteilten - Religionsunterrichtes herhalten muss. Pro Reli entwickelte eine professionelle Kampagne und mobilisierte dafür einflussreiche Unterstützer: die christlichen Kirchen, islamische Verbände, die Jüdische Gemeinde, CDU, FDP und einzelne Prominente wie etwa Angela Merkel, Papst Benedikt XVI., Günther Jauch oder Arne Friedrich. Die evangelische Kirche (EKD) unterstützte die Initiative mit einer eigenen Kampagne unter der Headline "Keine Werte ohne Gott!" Vom Standpunkt einer religiösen Überzeugung ist das eine legitime Meinung, die aber zugleich Zweifel darüber aufkommen lässt, ob die EKD eine universalistische, nicht-religiös gebundene Begründung etwa der Menschenrechte überhaupt ernst nimmt.

Frieder Otto Wolf vermutete damals Bestrebungen der Restauration eines "Staatskirchentums", auf welches gestützt die Kirchen ihren schwindenden Rückhalt in der Gesellschaft kompensieren wollten.6 Berlin sollte so auch zu einem bundesweiten Testfall werden. "Die grundlegende Frage, um die es in dieser Volksabstimmung geht, sollte aber niemanden kalt lassen: Wollen wir uns in unserem Zusammenleben auf eine weltliche Ethik stützen, über die wir uns mit Vernunft und Gefühl gemeinsam immer wieder neu verständigen und deren zentrale Elemente wir in den Menschen- und Bürgerrechten festgelegt haben - oder unterwerfen wir uns einem neuen, vor allem christlichen Fundamentalismus, der da behauptet: ›Keine Moral ohne Gott!‹ Es gibt also gute Gründe dafür, sich die Mühe zu machen, bei dieser Volksabstimmung mit Nein zu stimmen."7

Die Gegenposition, d.h. die Beibehaltung des gesetzlichen Status quo, vertrat die Bürgerinitiative Pro Ethik. Sie wurde von den damaligen Regierungsparteien (SPD, LINKE), Teilen der Grünen, verschiedenen Freidenker-Organisationen, aber auch von sich religiös verortenden Verbänden wie der Alevitischen Gemeinde, der Deutschen Buddhistischen Union oder der Aktion Christen Pro Ethik unterstützt. Die Initiative drehte das Hauptargument von Pro Reli exakt um: gerade die "kulturelle Vielfalt" der Stadt erfordere ein Unterrichtsmodell, welches die Separierung der verschiedenen Konfessionen voneinander nicht noch zusätzlich staatlich fördert, sondern eines, wo sich verschiedene Kulturen und Konfessionen begegnen, sich im Sinne der Entwicklung von Toleranz gegenseitig kennen lernen und austauschen. Dieses Modell war mit der Einrichtung des Faches Ethik (oder Lebenskunde) zumindest verbunden - ob seine Umsetzung in der Unterrichtspraxis immer gelingt, ist eine andere Frage. Aber aus dieser Perspektive ist Ethik nicht einfach ein alternativer Ersatz-Fachunterricht zum Fach "Religion XY", sondern ein Angebot, Integration, Toleranz und Multiperspektivität zu fördern.

Das Volksbegehren fand am 26. April 2009 statt. An ihm beteiligten sich 29,2 Prozent der Wahlberechtigen. Dabei stimmten 51,4 Prozent gegen die von Pro Reli angestrebte Gesetzesänderung, 48,4 Prozent - vor allen Dingen in den westlichen Stadtbezirken - stimmten dafür. Mit 14,1 Prozent der Ja-Stimmen aller Wahlberechtigten wurde so auch das für die Gültigkeit von Volksentscheiden erforderliche Quorum von 25 Prozent verfehlt.

Staat und Kirche endlich trennen

Es spricht einiges dafür, das Berliner Schulmodell bundesweit zu verallgemeinern, Religionsunterricht zumindest als Pflichtfach abzuschaffen - und die Trennung von Staat und Kirche in einem so sensiblen Bereich wie dem Erziehungswesen endlich konsequent zu vollziehen. Wer dies nun fordert, ist schnell mit dem Vorwurf konfrontiert, aus einer wie auch immer gearteten atheistisch-kulturkämpferischen Position heraus die Kirchen als Feindbild verdrängen zu wollen. Doch darum geht es gar nicht. Religionen lassen sich nicht politisch-administrativ ›abschaffen‹. Es geht in erster Linie darum, anachronistische steuerfinanzierte Privilegien der Kirchen im öffentlichen Sektor zu beseitigen, welche die christlichen Großkirchen derzeit verteidigen, indem sie danach trachten, diese multikonfessionell auszubauen.

Religionen werden ansonsten auf absehbare Zeit Formen des gesellschaftlichen Bewusstseins bleiben, solange - wie schon Marx wusste - die irdischen Grundlagen ihrer Entstehung nicht beseitigt sind. Und solange dies so ist, werden Religiosität und religiöse Formen auch Gegenstand öffentlicher Bildung sein müssen, mit welchem Unterrichtsmodell auch immer. Pädagogische Zielsetzung dabei ist aber nicht die Einübung eines bestimmten Glaubens, sondern gegenseitiges Verständnis, Toleranz und - möglicherweise - die Entwicklung gemeinsamer Interessen und Werte verschiedener Kulturen und Konfessionen.8 Das ist schon deswegen wichtig, weil die öffentliche Schule der einzige Ort ist, wo diese verschiedenen Herkunftsgruppen grundsätzlich gleichberechtigt aufeinander treffen. Die Entscheidung, einer bestimmten Konfession anzugehören - oder auch gar keiner - treffen dann die jeweils Einzelnen.

Anmerkungen

1) Vgl.: Ludwig von Friedeburg 1992: Bildungsreform in Deutschland, Frankfurt a.M.: 16; für protestantische deutsche (Teil-) Staaten nach der Reformation war die Unterscheidung ›kirchlich‹ vs. ›weltlich‹ ohnehin schwierig, da der jeweilige Landesfürst zugleich oberster Kirchenherr war.

2) A.a.O.: 30.

3) Bayern führte unmittelbar nach 1945 gegen den heftigen Widerstand der Militärregierung die Bekenntnisschule als Regelschule ein. Diese wurde erst 1968 per Gesetz durch die (christliche) Gemeinschaftsschule abgelöst. Die alliierten Siegermächte hatten wesentlich weitergehende Reformvorstellungen und bevorzugten etwa eine säkulare integrierte Einheitsschule, auch aus der Annahme heraus, dass das gegliederte Schulsystem die obrigkeitsstaatliche Prägung der Deutschen gefördert hätte. (von Friedeburg, a.a.O.: 282-284).

4) Ähnlich praktizieren es auch die skandinavischen Länder: dort wird im Regelfall ein säkularer Unterricht über Religion angeboten. Über die Zugehörigkeit oder Nicht-Zugehörigkeit zu einer Bekenntnisgruppe müssen die Einzelnen selbst entscheiden. Von den Schulen wird das nicht beeinflusst.

5) Zu den Auseinandersetzungen um die Interpretation der Fächer Ethik und Lebenskunde in den 90er Jahren: Heike Weinbach: "Ethik, LER, Lebenskunde - Wertepädagogik zwischen Pflicht und Freiwilligkeit", in: Forum Wissenschaft 3/1997: 26-28.

6) Frieder Otto Wolf: "Keine Moral ohne Gott?", in: Freitag 28.3.2009.

7) A.a.O..

8) Der Papstkritiker und katholische Theologe Hans Küng vertritt etwa die Position, es sei möglich, aus den verschiedenen Weltreligionen einen gemeinsamen Grundkonsens an positiven Werten, Normen und Grundhaltungen im Sinne eines "Weltethos" herauszufiltern, welches wiederum eine globale friedliche Entwicklung der verschiedenen Kulturen fördern würde. Dies sei allerdings unvereinbar mit dem "absoluten EURheitsanspruch" einer einzigen Religion (das Problem ist nur, dass ohne einen solchen Ausschließlichkeitsanspruch Religionen gar nicht existieren könnten). Darüber lässt sich natürlich streiten. Man kann aber dennoch die Position vertreten, dass die Schule ein trefflicher Ort ist, nach solchen ›Gemeinsamkeiten‹ zu suchen.


Torsten Bultmann ist politischer Geschäftsführer des BdWi.

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