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Klaus Holzkamp

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Forum Wissenschaft

Frauensport in den Medien

15.04.2002: Eine inhaltsanalytische Betrachtung

  
 

Forum Wissenschaft 2/2002

Als im Jahr 1979 die Repräsentation von Frauen in der Sportberichterstattung in Deutschland untersucht wurde, waren die Ergebnisse eindeutig: Frauen kamen in der Berichterstattung über Sport nicht nur kaum vor, sie wurden auch dann, wenn sie mal erwähnt wurden, deutlich anders behandelt als ihre männlichen Kollegen. Mit einer Vielzahl von stilistischen und semantischen Elementen wurde ihre Anerkennung als Sportlerinnen unterlaufen. Nachdem Frauen mittlerweile in allen gesellschaftichen Bereichen verstärkt präsent sind, sollte sich auch die Medienberichterstattung über Männer und Frauen im Sport verändert haben. Ilse Hartmann-Tews und Bettina Rulofs haben genauer nachgesehen.

Überschriften wie "Zicken-Zoff", "Gold-Claudi" oder "Busen-Duell", jüngst in der Presse zu den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City erschienen, werfen wieder einmal die Frage auf, wie Sportlerinnen in den Medien dargestellt werden bzw. wie sie sich selbst für die Medien inszenieren. Dieses Thema wird erstaunlich viel und kontrovers diskutiert, ohne dass aktuelle empirisch fundierte Befunde vorliegen. Tatsächlich existierte bislang in Deutschland nur eine große empirische Studie aus dem Jahr 1979, die sich systematisch mit der Re-Präsentation von Sportlerinnen in den Medien befasst. Nach den damaligen Ergebnissen beschreibt die mediale Vermittlung von Sportereignissen eine männliche Sportwelt: Über Sportlerinnen wird nicht nur wesentlich weniger, sondern auch systematisch anders als über Sportler berichtet.1 Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen, der Aufweichung traditioneller Rollenverständnisse und der verstärkten Präsenz von Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen - auch im Leistungssport - ist zu vermuten, dass sich mittlerweile auch die Berichterstattung über Sportler und Sportlerinnen verändert hat.

Die allgemeine kommunikationswissenschaftliche Geschlechterforschung hat in den letzten Jahren durch empirische Analysen darauf aufmerksam gemacht, dass im Mediensystem das Geschlecht durch die ZuschauerInnen, ProduzentInnen bzw. JournalistInnen täglich inszeniert wird und das Denken und Handeln der AkteurInnen strukturiert.2 Ein Schwerpunkt der Forschung liegt dabei auf der Ebene der Medieninhalte (Medieninhaltsforschung) und wird ergänzt durch vereinzelte Befunde zur Situation und Arbeitsweise von JournalistInnen (Medienproduktion) und durch Ergebnisse der Publikumsforschung ( Rezeption).

Wir konzentrieren uns im Folgenden auf die bisher vorliegenden nationalen und internationalen Befunde der sportbezogenen Medieninhaltsforschung und ergänzen diese mit ausgewählten Ergebnissen einer eigenen Studie.3 Der Fokus liegt auf der Frage nach den sozialen Konstruktionen von Geschlechterverhältnissen in den Produkten der Sportberichterstattung.

Bei der Analyse der medialen Darstellung von Sportlern und Sportlerinnen sind sowohl Aspekte der quantitativen Präsenz als auch die Art und Weise der Berichterstattung über Sportlerinnen und Sportler von Interesse. Neben der einen in Deutschland durchgeführten Inhaltsanalyse existieren im anglo-amerikanischen Raum deutlich mehr Studien zu dieser Thematik.

Unterrepräsentanz und Stereotypisierung

In nahezu allen Studien wird deutlich, dass seltener über Sportlerinnen als über Sportler berichtet wird - sowohl in den Print- als auch den TV-Medien.4 In Bezug auf Deutschland wurde dies von der bis dato einzigen großen Untersuchung der deutschen Tagespresse ermittelt, die ein extremes Missverhältnis zwischen den Flächenanteilen, die dem Sport von Männern und dem der Frauen gewidmet wurden, feststellt. Basis der empirischen Untersuchung war eine Inhaltsanalyse des gesamten Jahrgangs 1979 der Frankfurter Rundschau, der Welt, der Bild und der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Auf 90% der gesamten Fläche des Sportteils dieser Zeitungen wurde über Sportler und nur auf 6% über Sportlerinnen berichtet.5

Um zu überprüfen, ob diese Befunde auch 20 Jahre später Bestand bestand haben oder - wie angesichts der Sportentwicklung zu vermuten - als überholt gelten müssen, wurde in Köln 1999/2000 eine Folgestudie durchgeführt, die in ihrem Untersuchungsdesign weitestgehend den Anforderungen und Maßstäben einer Längsschnittstudie entspricht.6 Das Ergebnis ist bemerkenswert: Der Flächenanteil der Berichterstattung über Sportlerinnen ist in den vergangenen 20 Jahren zwar gestiegen, allerdings nur auf 12%. Auch Ende des 20. Jahrhunderts dominiert in den Sportteilen der großen Tageszeitungen also nach wie vor die Berichterstattung über Sportler, 88% des Umfangs konzentriert sich auf den Männersport.7

Untersuchungen der Fernsehberichterstattung aus den 90er Jahren erbrachten ähnliche Ergebnisse. In den Abendsportnachrichten von drei amerikanischen Fernsehsendern, die über einen Zeitraum von sechs Wochen analysiert wurden, wurde nur in 5% der Sendezeit über den Sport von Frauen berichtet, dagegen befassten sich 94% mit dem Sport der Männer.8

Ein differenzierterer Blick auf die quantitativen Verhältnisse der Sportberichterstattung führt zu einer weiteren Erkenntnis. Unterscheidet man in der Analyse nach den Sportarten, über die berichtet wird, so lassen sich unmittelbar geschlechtsbezogene Profile erkennen. Männer werden eher in den Sportarten präsentiert, in denen Kraft, die kämpferische Auseinandersetzung mit Gegnern oder die Beherrschung von Technik und Fahrzeugen im Mittelpunkt stehen. Frauen werden eher in ästhetisch-kompositorischen Disziplinen oder Individualsportarten dargestellt. So entfiel bei der amerikanischen Fernsehberichterstattung zu den Olympischen Sommerspielen 1992 im Basketball 74% der Sendezeit auf die Spiele der Männer, umgekehrt im Turnen 84% der Sendezeit auf die Wettkämpfe der Turnerinnen.9 Diese geschlechtsbezogene - nahezu stereotype - Selektion bei der Berichterstattung entspricht nicht den anteiligen Verhältnissen der TeilnehmerInnen an den Olympischen Sommerspielen 1992. Auch für die deutsche Sportpresse ist eine quantitativ eindeutige geschlechtsbezogene Verteilung der Sportarten festzustellen: In der Berichterstattung über Sportler dominierten 1979 Fußball, Radsport, Motorsport, Leichtathletik und Boxen, in der Berichterstattung über Sportlerinnen Leichtathletik, Tennis, alpiner Skisport, Eiskunstlaufen, Turnen und Schwimmen.10 In unserer Folgestudie bestätigt sich auch 20 Jahre später, dass Frauen wesentlich häufiger als Männer in den Individualsportarten präsentiert werden. Gleichzeitig macht sich die in den 80er und 90er Jahren gestiegene Popularität von Tennis - und insbesondere von Steffi Graf - deutlich bemerkbar. In der Berichterstattung über Sportlerinnen nimmt Tennis mit einem Anteil von 33% nunmehr die gleiche herausragende Stellung ein wie der Fußball in der Berichterstattung über Sportler.

Trivialisierung von Sportlerinnen

Die Medieninhaltsforschung wirft darüber hinaus einen detaillierteren Blick auf die Art und Weise, in der über Sportlerinnen und Sportler berichtet wird. Ein zentraler Befund solcher Analysen ist, dass die sportlichen Aktivitäten von Frauen sowohl in der Presse als auch im Fernsehen als etwas vergleichsweise Unbedeutendes oder Anspruchsloses dargestellt werden. Die Faszination des Sports selbst, das Training, die Leistungen, die Höhen und Tiefen der Saison werden nicht in den Mittelpunkt gestellt. Diese Trivialisierung betrifft sowohl die Kennzeichnung der beteiligten Sportlerinnen selbst als auch die Art der Inszenierung der Sportereignisse.

Letzteres wurde zum Beispiel in Analysen der amerikanischen Fernsehberichterstattung über die Final Four im Männer- und Frauenbasketball deutlich. Die Inszenierung der Männerspiele ist aufgrund vieler fernsehtechnischer Raffinessen (Kameraführung, Einspielen von Zeitlupen, Styling und Häufigkeit der eingespielten Grafiken) und fachkompetenter Interviews mit Experten qualitativ so hochwertig, dass man als ZuschauerIn den Eindruck gewinnt, an einem Ereignis von höchster Bedeutung teilzunehmen. Die Präsentation der Frauenbasketballspiele ist produktionstechnisch schlechter und die Halbzeitpausen werden nicht durch spannende Videoclips gefüllt, sondern durch Interviews mit den Spielern der am folgenden Tag stattfindenden Männerspiele.11 Durch die vergleichsweise schlichte Produktionsqualität wird ein relativ konturloses Bild von Sportlerinnen gezeichnet, während ihre männlichen Kollegen eindeutig in Szene gesetzt werden.

Dieses Merkmal lässt sich auf der Ebene der Inhalte der Berichterstattung ebenfalls erkennen. So dominieren in den Kommentaren zu Männerwettkämpfen Attribute der Stärke und Macht, während in der Kommentierung der Frauenwettkämpfe in etwa gleich viele Attribute der Stärke wie der Schwäche, positive wie negative Aspekte thematisiert werden.12 Mitunter wirkt die Berichterstattung dadurch sehr ambivalent - z.B. die Überschrift zu einem Artikel über Steffi Graf: "Steffi Grafs angenehmes Problem mit gutem Tennis".13 Eine Überschrift, die Rätsel aufwirft: Warum hat Steffi Graf ein angenehmes Problem? Probleme sind doch in der Regel eher unangenehm. Und warum hat sie ein Problem mit gutem Tennis? Erst nach ausführlicher Lektüre wird deutlich, dass Steffi Graf ganz im Gegenteil gar kein Problem hatte: Sie gewann die betreffende Tennispartie so schnell, dass sie sich im Nachhinein fast ärgerte, ihr gutes Spiel so schnell beendet zu sehen. Ohne Kenntnis des gesamten Artikels löst die Überschrift nur Unverständnis aus. Sie hätte auch heißen können: "Steffi Graf - in nur 30 Minuten zum Sieg" und hätte damit einen deutlich positiveren Eindruck hinterlassen.

Neben der Inszenierung von Sportereignissen lässt sich eine weitere Facette der Trivialisierung in der personenbezogenen Inszenierung ablesen und zwar in dem quantitativen Verhältnis von unmittelbar sportbezogenen und außersportlichen Themen. Während es in den Berichten über Sportler beinahe ausschließlich um die sportliche Aktivität und ihre Leistungen geht, wird die Berichterstattung über Sportlerinnen immer wieder von außersportlichen Themen flankiert. Sportlerinnen werden häufiger in ihren privaten Rollen als (Ehe-)Partnerin, Mutter, Tochter, Hausfrau, Auszubildende etc. beschrieben. Auch durch Belegung der Sportlerinnen mit Etiketten wie "Turnküken", "Rennmieze", "Cinderella" oder "Girl", die ihr nettes, niedliches Auftreten würdigen und ihre sportliche Leistung in den Hintergrund drängen, werden Sportlerinnen trivialisiert. Ebenso gibt die weitaus häufigere Benennung der Athletinnen mit ihren Vornamen einen Hinweis darauf, wie unterschiedlich mit den Sportlerinnen und Sportlern umgegangen wird. Es ist eine Vielzahl von stilistischen und semantischen Elementen, mit denen die Anerkennung als Sportlerin unterlaufen wird.14

In unserer partiell als Längsschnittstudie angelegten Analyse der Sportberichterstattung aus deutschen Tageszeitungen finden wir einige dieser Befunde bestätigt, andere jedoch nicht. Es gibt nur noch marginale, nicht mehr signifikante quantitative Unterschiede hinsichtlich des Sportbezugs der Berichte über Sportlerinnen und Sportler. Sieht man sich die Inhalte der Artikel etwas genauer an, so zeigen sich auch hier nur noch wenige, aber aufschlussreiche Signifikanzen, die auf eine unterschiedliche Akzentuierung der Berichterstattung hinweisen. Zunächst ragt ganz deutlich die Darstellung und Analyse der Leistungen von SportlerInnen heraus, die in 86% aller Artikel thematisiert werden, und zwar bei Männern und Frauen in etwa gleich häufig. Auch der so genannte sportspezifische Hintergrund, also Informationen über die Laufbahn der AthletInnen, ihr Training, ihre früheren Erfolge und Niederlagen, sind in den Berichten über Sportler und Sportlerinnen in gleichem Umfang vertreten. Die Ergebnisse zu diesen beiden Kategorien zusammengenommen machen deutlich, dass der Sportbezug in der Berichterstattung über Sportler und Sportlerinnen dominiert und gleich häufig hergestellt wird.

Drei Inhaltsbereiche verweisen allerdings auf geschlechtsbezogene Unterscheidungen durch die JournalistInnen: Außersportliche Aspekte (z.B. Informationen über das Privatleben) werden bei Sportlerinnen häufiger als bei Sportlern angesprochen (29,0% vs. 20,1%), sportmedizinische Aspekte (z.B. Informationen über Verletzungen und deren Rehabilitation) werden bei Sportlern häufiger als bei Sportlerinnen angesprochen (21,4% vs. 13,8%), ebenfalls das Thema Kommerzialisierung (z.B. Einnahmen der Sportler/innen, Sponsoren (20,5% vs. 11,6%).15

Sind die Ergebnisse unserer Studie insgesamt ein Beleg für die zunehmende Anerkennung der sportbezogenen Leistungsrolle der Sportlerinnen in der Sportberichterstattung, so sind im Detail Akzentsetzungen erkennbar, die Sportlerinnen anders erscheinen lassen und Tendenzen der Trivialisierung in der Sportberichterstattung über Frauen bestätigen. Zum einen kommt immer noch die eher distanzlose Nennung der AkteurInnen beim Vornamen in den Berichten über Sportlerinnen signifikant häufiger vor als in Berichten über Sportler, in denen die respektvolle Nennung mit dem Nachnamen überwiegt. Zum anderen weisen die Etikettierungen und Charakterisierungen - nahezu unverändert seit 1979 - erhebliche Konstruktionen von Geschlechterdifferenzen auf.

Körper-Konstruktionen

Die von uns analysierten Fotos in Sportteilen von Tageszeitungen lassen erkennen, dass Sportler signifikant häufiger bei unmittelbar sportbezogenen Aktionen gezeigt werden als Sportlerinnen. Diese werden zwar auch in einem sportlichen Kontext - z.B. in Sportkleidung oder auf dem Sportplatz - dargestellt, aber wesentlich häufiger in einer passiven Situation.16 Dies verweist auf die Relevanz des Körpers als Medium für die Konstruktion von Geschlechterdifferenzen.

Der Sport ist ein körperzentriertes gesellschaftliches Teilsystem und auch bei der Berichterstattung steht der Körper im Zentrum des Interesses. Unterschiede zwischen Männern und Frauen werden seit jeher vor allem auf deren unterschiedliche biologische Ausstattung zurückgeführt. Dieses Phänomen prägt auch die Sportberichterstattung, wie sowohl die Analyse von Fotos als auch die inhaltsanalytischen Auswertungen der Presseberichterstattung belegen. Steht bei den Bildern von Sportlern die Kraft und Athletik im Vordergrund, so wird auf den Fotos von Sportlerinnen häufiger ihre Erotik zur Schau gestellt, oder es werden gar intime, so genannte verbotene Einsichten gewährt (z.B. unter den Rock der Tennisspielerin oder auf den knapp bekleideten Po einer Volleyballspielerin).17

Auch durch die Beschreibungen des Aussehens von Sportlern und Sportlerinnen werden solche Geschlechterunterschiede konstruiert. So ergab unsere Inhaltsanalyse, dass Aussehensbeschreibungen in der Berichterstattung über Sportlerinnen häufiger vorkommen als in den Berichten über Sportler. Besonders auffällig ist, dass das Aussehen von Sportlerinnen mit allgemein bewertetenden Attributen wie z.B. "hübsch", "gut aussehend" oder "attraktiv" gekennzeichnet wird. Sofern das Aussehen der Männer beschrieben wird, geht es eher um die Beschreibung ihrer Körpergröße, ihrer Statur und ihrer Muskeln.18

Die Befunde der Inhaltsforschung lassen aus der Perspektive der Frauen- und Geschlechterforschung auch heute noch eine Vielzahl von Merkmalen des "Gendering" in der Sportberichterstattung erkennen: Es wird nicht nur weitaus weniger über Sportlerinnen und ihre Wettkämpfe berichtet, sondern auch systematisch anders in Bezug auf einige Aspekte. Sofern überhaupt über Frauen berichtet wird, werden durch Stil und Inhalte hierarchisierende Differenzen zwischen Sportlern und Sportlerinnen hergestellt. Körperinszenierungen in Beschreibungen und Fotos bestärken die traditionelle Geschlechterordnung. Die Vielfalt und Persistenz solcher Elemente der Stereotypisierung, Trivialisierung und Körperinszenierung tragen zu einem Prozess bei, der in der anglo-amerikanischen Forschung als "deathletization of women" beschrieben wird.19

Interpretiert man diese Befunde vor dem Hintergrund der durch die Massenmedien erzeugten latenten Alltagskultur, die weit reichende Folgen für unsere Wahrnehmung der Geschlechterverhältnisse, der Rolle von Männern und Frauen, von Sportlern und Sportlerinnen hat, so stabilisiert die Sportberichterstattung in der Öffentlichkeit den Eindruck, dass Sport an und für sich männlich ist - Männer treiben Leistungssport, Frauen treiben "Frauensport".


Anmerkungen

1) vgl. Klein, Marie-Luise: Frauensport in der Tagespresse. Eine Untersuchung zur sprachlichen und bildlichen Präsentation von Frauen in der Sportberichterstattung. Bochum 1986

2) vgl. Klaus, Elisabeth/Röser, Jutta: Zur Geschlechterstruktur des Fernsehens. (1996a) In: Homberg, Walter/Pürer, Heinz: Medien-Transformation - Zehn Jahre dualer Rundfunk in Deutschland. Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Bd. 22. Konstanz, 1996, S. 278-302

3) Im Moment (2002) wird ein vom MSWF NRW gefördertes Forschungsprojekt abgeschlossen, das mit verschiedenen Teilstudien die soziale Konstruktion von Geschlechterverhältnissen bei der medialen Vermittlung von Sport analysiert. Die generelle Frage des Forschungsvorhabens schließt an die Erkenntnisse sozialkonstruktivistischer und systemtheoretischer Überlegungen an und lautet: Wie sieht die von den Medien produzierte Realität des Sports aus, wie kommen Nachrichten und Berichte zustande und inwieweit sind die Produkte und Herstellungsmechanismen von Prozessen des Gendering geprägt?

4) vgl. Flatten, Kay/Matheson, Hilary: Gender Politics in Sport Newsprint: a longitudinal study of six British national newspapers. In: iasi - 10. Scientific Congress - Paris june 10-12 1997, S. 326-332, S.328; Toohey, Kristine: Australian television, gender and the Olympic Games. In: International Review for the Sociology of Sport, 32/1 1997, S.19-29, S. 21; Salwen, Micheal B./Wood, Natalie: Depictions of female athletes on Sports Illustrated covers, 1957-1989. In: Journal of Sport Behaviour, 17/1994, S. 98-107, S. 103; Duncan, Margaret Carlisle/Messner, Michael A.: Gender Stereotyping in televised sports - A follow-up to the 1989 Study. The Amateur Athletic Foundation of Los Angeles 1994; dies.: Gender Stereotyping in televised sports. The Amateur Athletic Foundation of Los Angeles 1990.; dies. und Williams, Linda: Coverage of Women’s Sports in Four Daily Newspapers. Amateur Athletic Foundation of Los Angeles 1991; Theberge, Nancy: A content analysis of print media coverage of gender, women and physical activity. In: Journal of Applied Sport Psychology, 3/1991, S. 36-48, S. 40; Valgeirsson, Gunnar/ Snyder, Eldon E.: A Cross-Cultural Comparison of Newspaper Sports Sections. In: International Review for the Sociology of Sport, 21/1986, S. 131-139, S. 134f

5) vgl. Klein 1986, S. 114

6) Im Zeitraum Juni 1999 bis Mai 2000 wurde aus den Zeitungen FR, Welt, Bild und FAZ eine systematische Zufallsstichprobe gezogen, die sich aus 3 künstlichen Wochen zusammensetzt. 1.703 Artikel wurden hinsichtlich der quantitativen Anteile der Berichterstattung über Sportler und Sportlerinnen analysiert, 355 Artikel wurden mit Hilfe einer systematischen Inhaltsanalyse in Bezug auf das Wie der Berichterstattung untersucht.

7) vgl. Hartmann-Tews, Ilse/Rulofs, Bettina: Ungleiche (Re-)Präsentation von Sportlerinnen und Sportlern in den Medien? - Internationaler Forschungsstand und aktuelle Befunde. In: Pfister, Gertrud (Hrsg.): Frauen im Hochleistungssport. Tagungsband zur Jahrestagung der dvs-Sektion Frauenforschung in der Sportwissenschaft vom 12.-15. 10. 2000 in Berlin. Hamburg 2002

8) vgl. Duncan/Messner 1994, S. 7

9) vgl. Higgs, Catriona T./Weiller, Karen H.: Gender bias and the 1992 summer Olympic Games: An analysis of television coverage. In: Journal of Sport & social Issues, 18/1994, 3, S. 234-248, S. 237

10) vgl. Klein 1986, S. 156

11) vgl. Duncan/Messner 1994, S. 12ff

12) vgl. Halbert, Christy Latimer, Melissa: "Battling" Gendered Language: An Analysis of the Language Used by Sports Commentators in a Televised Coed Tennis Competition. In: Sociology of Sport Journal, 11/1994, S. 298-308, S. 303; Higgs/Weiller 1994, S.241 Duncan, Margaret Carlisle/Hasbrook, Cynthia A. : Denial of Power in Televised Women’s Sports. In: Sociology of Sport Journal, 5/1988, S. 1-21, S. 16f

13) vgl. Kölner Stadt-Anzeiger im Juni 1999

14) vgl. Daddario, Gina : Women’s sport and spectacle - Gendered television coverage and the Olympic Games. Westport, Connecticut/London 1998, S. 4; Duncan/Messner 1994, S. 254; Higgs/Weiller 1994, S. 240f, Kane, Mary Jo/Parks, Janet B.: The social construction of gender difference and hierarchy in sport journalism - Few new twists on very old themes. In: Women in Sport & physical Activity Journal, 1/1992, S. 49-83, S.70f; Klein 1986, S.136f/179; Klein, Marie-Luise/Pfister, Gertrud: Goldmädel, Rennmiezen und Turnküken. Die Frau in der Sportberichterstattung der BILD-Zeitung. Berlin 1985

15) Insgesamt wurden 355 Artikel analysiert, in denen auch "gemischte" Berichte (über Sportler und Sportlerinnen gemeinsam) enthalten waren. Für die Analyse wurde nach Texteinheiten über Sportler und Sportlerinnen unterschieden (N=448).

16) siehe auch Duncan, Margaret Carlisle : Sports Photographs and Sexual Difference: Images of Women and Men in the 1984 and 1988 Olympic Games. In: Sociology of Sport Journal, 7/1990, S. 22-43

17) vgl. ebd.

18) siehe auch Bachmann, Andrea: "Wie eine Katze schmiegt sie sich an, an die Hochsprunglatte." - Geschlechterdifferenz in der Sportberichterstattung. Eine inhaltsanalytisch-semiotische Untersuchung zum Frauen- und Männersport am Beispiel der Olympischen Spiele 1996 in Atlanta und der Schi-WM 1996 in der Sierra Nevada. Unveröffentlichte Doktorinnenarbeit, Universität Salzburg 1998, S. 314

19) vgl. Eitzen, S./Baca Zinn, M.: The deathletization of women: The naming and gender making of collegiate sport teams. In: Sociology of Sport Journal 6/1989, 4, S. 362-370


Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews ist Leiterin der Abteilung Geschlechterforschung des Instituts für Sportsoziologie an der Deutschen Sporthochschule in Köln, Bettina Rulofs ist Diplom-Sportlehrerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der o.g. Abteilung.

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