BdWi - Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

»Wissenschaft ist also ein prinzipielles Gegen-den-Strom-Schwimmen.«

Klaus Holzkamp

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Forum Wissenschaft 4/2015

08.12.2015: Wissenschaft und Demokratie. Analysen einer spannungsgeladenen Beziehung

  
 

Forum Wissenschaft 4/2015; Foto: saster / Photocase.de

Die These, dass Wissenschaft nicht "unpolitisch" sein kann, sondern immer in einem Wechselwirkungsverhältnis zu den konkreten gesellschaftlichen Bedingungen steht, unter denen sie stattfindet, sollte in Forum Wissenschaft sicher keine Kontroversen auslösen. Das Verständnis der "Wissenschaft und Forschung in gesellschaftlicher Verantwortung" gehört schließlich zu den Grundprinzipien des BdWi.

Doch mit sich ändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ist auch die konkrete Ausformung dieses Verhältnisses Schwankungen unterworfen. In der Betrachtung des Zusammenhangs von Wissenschaft und Demokratie entstehen deshalb immer wieder neue Fragen, die neuer Antworten bedürfen. So hat beispielsweise der Ökonomisierungsdruck im Modell der Unternehmerischen Hochschule gewaltige Auswirkungen auch auf die Binnenverhältnisse an den Bildungs- und Forschungseinrichtungen. Mittlerweile ist - sowohl im wissenschaftlichen als auch im politischen Raum - eine wachsende Skepsis gegenüber der Unternehmerischen Hochschule erkennbar, Forderungen nach einer (Re-)Demokratisierung hochschul- und wissenschaftspolitischer Entscheidungsprozesse werden artikuliert.

Demokratische Forschungsproduktion muss also auch die unterschiedlichen, oft gegenläufigen Interessen reflektieren und Verfahren entwickeln, die deren Einfluss stärker einbinden bzw. zurückfahren.

Im Themenschwerpunkt dieses Heftes wollen wir Fragen zum Zusammenhang von Wissenschaft und Demokratie aufgreifen: wer Wissenschaft betreibt, wie Wissenschaft organisiert wird und wie Wissenschaft und Gesellschaft zusammenwirken. Zudem soll die Frage diskutiert werden, wie wissenschaftliche Erkenntnisse Einfluss erhalten können in der Öffentlichkeit und/oder in politischen Debatten und Prozessen.

Das Ziel der Demokratisierung bestimmte auch die Aktionen, die im Herbst 1989 auf den Straßen in der DDR begannen. An den Hochschulen begann der basisdemokratische Aufbruch mit deutlicher Verspätung, entfaltete dann aber eine erhebliche Dynamik. Mit dem Untergang der DDR am 3. Oktober 1990 fand der selbstbestimmte Demokratisierungsprozess ein jähes Ende. Stattdessen wurde die Hochschul- und Forschungslandschaft der DDR einer als "Ab-wicklung" bekanntgewordenen Kahlschlagspolitik unterworfen. Die Auseinandersetzung damit bestimmte auch den politischen Arbeitsalltag des BdWi. 25 Jahre danach werfen wir einen Blick zurück.

Für die Mitarbeit an dieser Ausgabe danken wir allen Autor_innen.

Die nächste Ausgabe von Forum Wissenschaft erscheint im März 2016. Unser Schwerpunktthema dreht sich dann um den Themenkomplex "Zukunft der kritischen Sozialen Arbeit". Artikelvorschläge und -angebote nehmen wir gern entgegen. Redaktionsschluss ist der 5. Februar.

Wissenschaft und Demokratie

Uwe Schneidewind und Carsten von Wissel: Transformative Wissenschaft

Steffi Ober: Demokratie und Wissenschaft

Ricardo Kaufer: Wissenschaft und Gewerkschaft von unten

Daniel Gaittet: Nicht ohne politisches Mandat!

SDS Würzburg: Radikale Politik an der Hochschule?

25 Jahre Deutsche Einheit

Peer Pasternack: Wissenschaftsumbau Ost

Hans-Dieter Klein: Dokumentation einer Abwicklung

Bildung und Wissenschaft

Torsten Bultmann: Hochschulfinanzierung in der Drittmittelfalle

Christian Kreiß / Philipp Mimkes: Missbrauchte Wissenschaft

Gesellschaft und Ökonomie

Lutz Brangsch: Entstehung des öffentlichen Sektors im Kapitalismus

Marcus Schwarzbach: Industrie 4.0: Maschinen entscheiden?

Magda von Garrel"Sozial Schwache"

Geschichte

Karlheinz Lipp: Ein Gegner des Ersten Weltkrieges

Vermischtes

Nachrichten aus Wissenschafts- und Hochschulentwicklung

BdWi-Inlay I-IV

Kolumne (Georg Fülberth)

Rezensionen

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