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Klaus Holzkamp

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Einfluss durch Überfluss

04.07.2016: Wie Vermögen und Macht in Europa zusammenhängen

  
 

Forum Wissenschaft 2/2016; Foto: Enrique Ramos /shutterstock.com

(zum Artikel)1

Starke Vermögenskonzentration geht mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen einher. Diese Zusammenhänge zu analysieren ist zentral für das Verständnis wirtschaftlicher Prozesse. Miriam Rehm und Matthias Schnetzer stellen die Vermögensverteilung empirisch dar und zeigen die unterschiedlichen Kanäle auf, über die Vermögen gesellschaftliche und ökonomische Macht entfalten kann.

Die Verteilung der Vermögen ist ein blinder Fleck der Wirtschaftswissenschaft. Während zur Einkommensverteilung sowohl theoretische Überlegungen und Modelle der unterschiedlichen Denkschulen als auch empirische Daten über verhältnismäßig lange Zeiträume zur Verfügung stehen, wurde die Vermögensverteilung weitgehend links liegen gelassen. Die Vermögensverteilung steht aber in engem Zusammenhang mit Macht - hier verstanden als die Möglichkeit, politische Entscheidungsprozesse zu beeinflussen. Der Verteilung von Vermögen kommt daher eine zentrale Rolle im Funktionieren demokratischer Institutionen zu.

Wie Hofmann in diesem Band2 aufzeigt, steht dieses Desinteresse der Wirtschaftswissenschaft im Widerspruch zur erfahrenen Realität der meisten Menschen. Einstellungsfragen von Vermögenserhebungen legen dar, dass eine satte Mehrheit der Meinung ist, Reichtum verschaffe ungerechtfertigte Vorteile und zu großer Reichtum führe zu Spannungen in der Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, warum die Ökonomie als Wissenschaft Fragen der Vermögensverteilung und der Macht nicht vorrangig behandelt, umso dringlicher.

Ein möglicher Grund liegt in der Datenverfügbarkeit. Ebenso wie Einkommen zu Beginn des 20. Jahrhunderts schlecht erfasst waren und erst statistische Definitionen und administrative Maßnahmen entworfen werden mussten um Einkommen statistisch wie steuerlich zu erfassen, sind Vermögen zu Beginn des 21. Jahrhunderts für Statistikämter unzureichend eingegrenzt und für Steuerbehörden schwer greifbar. Wenn aber Dinge nicht konkret fassbar sind, ist es schwer über sie zu sprechen. Eine zweite mögliche Antwort bezieht sich auf politische Interessen. Gegeben die negative Einstellung der überwiegenden Mehrheit der Menschen zu ungerechtfertigten Vorteilen durch Reichtum ist zu erwarten, dass Reiche wenig erpicht sind, politische Einflussnahme öffentlich zu machen.

Während der Zusammenhang von Vermögen und Macht von etlichen Mainstream-ÖkonomInnen, darunter Thomas Piketty oder Joseph Stiglitz, inzwischen als eine zentrale Problemstellung anerkannt wird, argumentiert dieser Beitrag, dass diese Denkschule durch ihre Annahmen und Werkzeuge in der Analyse dieser Frage sehr eingeschränkt ist. Progressive Denkschulen wie der Marxismus aber auch die (post)keynesianische Ökonomie sind hier deutlich flexibler und vielversprechender.

Dieser Beitrag versucht einen ersten kleinen Schritt in der Untersuchung von Vermögen und Macht zu machen, indem er einen genaueren Blick auf die Kanäle und Mechanismen wirft, wie die Vermögensverteilung mit Macht zusammenhängt. Nach einer kurzen Bestandsaufnahme der Vermögensverteilung und der Bedeutung von Erbschaften für die ungleiche Verteilung konzentriert sich dieser Beitrag daher auf den Zusammenhang zwischen Vermögen und gesellschaftlicher Macht. Wir stellen die beschränkte Sicht der Neoklassik dar und diskutieren dann drei mögliche Wirkungskanäle, über die Vermögen Einfluss nimmt.

Vermögenskonzentration in Europa

Die europäische Vermögensforschung hat mit den Daten aus dem Household Finance and Consumption Survey (HFCS) einen bemerkenswerten Anstoß erhalten. Vor allem aber räumt die Erhebung zu den privaten Vermögen mit dem Mittelschichtsmythos auf, denn die Vermögen sind viel ungleicher verteilt als Einkommen. Während die Verteilung der Einkommen in vielen Ländern einen "Mittelschichtsbauch" aufweist, sind die Vermögen viel stärker an der Spitze konzentriert. Die reichsten 10 Prozent der Haushalte besitzen zwischen einem Drittel und fast zwei Drittel des Nettovermögens in jenen Eurozonen-Ländern, für die Daten vorhanden sind (siehe Grafik 1). Über alle diese Länder gerechnet, besitzen die obersten 10 Prozent über 50 Prozent des Nettovermögens; im Gegensatz dazu erhalten bei den Einkommen die 10 Prozent der Haushalte mit den höchsten Einkommen etwa 31 Prozent des Gesamteinkommens.3

Während die HFCS-Daten aktuell nur eine Querschnittsbetrachtung erlauben, dokumentiert Piketty (2014) eindrucksvoll, dass sich diese Ungleichheit über die letzten Jahrzehnte deutlich verschärft hat. Die Vermögenskonzentration folgt seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Europa einem u-förmigen Verlauf: Nachdem sie von ihrem Höchststand vor dem 1. Weltkrieg sank, ist sie seit den 1980er Jahren wieder auf einem Aufwärtspfad.

Für Piketty sind Erbschaften dabei ein zentraler Mechanismus, mittels derer diese hohe und weiter steigende Ungleichheit vorangetrieben wird. Die Anhäufung von Vermögen über mehrere Generationen führt zu unterschiedlichen Startpositionen, die sich im Laufe eines Arbeitslebens nicht mehr ausgleichen lassen. Piketty stellt dementsprechend fest, dass neben Vermögen auch Erbschaften zunehmend konzentriert sind - allerdings gibt es nur für Frankreich Daten über die Zeit.4 Leitner zeigt mit den HFCS-Daten für die Länder der Eurozone, dass insbesondere in Ländern mit hoher Ungleichheit (gemessen am Gini-Koeffizienten) wie Österreich, Deutschland, aber auch Zypern Erbschaften den weitaus größten Teil zur Erklärung der Vermögensungleichheit beitragen (siehe Grafik 2).5 Einkommensungleichheit spielt demgegenüber eine untergeordnete Rolle für die Vermögenskonzentration.

Vermögen und Macht in der ökonomischen Theorie

Diese Vermögensungleichheit und ihre Persistenz, die der vorige Abschnitt kurz skizzierte, haben wichtige Implikationen für viele Bereiche in Wirtschaft und Gesellschaft, die stark mit der Frage von Macht verbunden sind. Die Rolle von gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen bei der Verteilung des produzierten Reichtums wird von der neoklassischen Ökonomie üblicherweise völlig ausgeblendet. Im Rest dieses Artikels gehen wir kurz auf die Gründe dafür ein, zeigen inwiefern Piketty dieses Thema aufnimmt, und beleuchten die Herangehensweise anderer Sozialwissenschaften und der heterodoxen Ökonomie.

Piketty nimmt die Einblicke der marxistischen und (post)keynesianischen Ökonomie über die starken Verflechtungen zwischen Ungleichheit und der kapitalistischen Produktionsweise auf. Trotz seines neoklassischen Theoriegebäudes und der anti-marxistischen Rhetorik sieht er die Vermögensakkumulation als treibende Kraft im Kapitalismus. Eine Schlüsselrolle in Pikettys Arbeit spielt dabei die dynamische Entwicklung von Vermögensungleichheit; die beschleunigende Vermögensakkumulation wird eine selbsterfüllende Prophezeiung und die Höhe des Vermögens in den Händen Weniger wächst rasant an. Piketty präsentiert beispielhaft einen Kanal für diese Entwicklung, indem er Daten aus etwa 800 Stiftungsfonds US-amerikanischer Universitäten auswertet.6 Er stellt fest, dass die drei größten Stiftungsvermögen der renommierten Unis Harvard, Yale und Princeton über 20 Jahre hinweg deutlich stärker (10,2% p.a.) wuchsen als die kleineren Stiftungsvermögen seines Datensatzes (6,2% p.a.). Diese Daten zeigen, dass große Vermögen nicht nur in absoluten Zahlen mehr wachsen als kleine, sondern auch relativ schneller zunehmen. Höhere Wachstumsraten haben aber durch den Zinseszins-Effekt über mittelfristige Zeiträume sehr starke Auswirkungen auf die Höhe des Vermögens. Höhere Wachtumsraten für große Vermögen spielen daher eine große Rolle für die Vermögenskonzentration.

Ein anderer Kanal, der aus Sicht der Sozialwissenschaften wahrscheinlich wichtiger als die eben erwähnten differentialen Renditen, ist für die neoklassische Ökonomie noch weniger greifbar: Die sozialen und ökonomischen Funktionen von Vermögen unterscheiden sich je nach seinem Umfang. So sind die Motive des vorsorglichen Sparens sowie das Ausgleichen der Konsummöglichkeiten über den Lebenszyklus sehr elementare Funktionen von Vermögen7, was großteils auch durch die Daten aus dem HFCS bestätigt wird. Die privaten Haushalte sparen vor allem rund um Mitte 50 häufiger aus Vorsicht und die Haushaltsvermögen erreichen in dieser Lebensphase ihr Maximum.8 Größere Vermögen bringen ein breiteres Spektrum an Funktionen mit sich, beispielsweise den Erhalt und Ausbau gesellschaftlicher und ökonomischer Privilegien sowie des sozialen Status.9 Sehr große Vermögen eröffnen zudem Zugang zu politischer Macht, indem die politische Entscheidungsfindung oder sogar die öffentliche Meinungsbildung mittels ökonomischer Ressourcen beeinflusst werden können.10

Während diese Aspekte in Politikwissenschaft und Soziologie einen wichtigen Forschungsbereich darstellen, zeigt insbesondere die Mainstream-Wirtschaftswissenschaft deutlich weniger Interesse an diesen Fragestellungen. Anhaltspunkte finden sich lediglich in Bezug auf Monopol- und Verhandlungsmacht auf Güter- und Arbeitsmärkten, wobei immer klargestellt wird, dass es sich lediglich um Abweichungen von perfektem Wettbewerb handelt. Dies impliziert die Ansicht, dass im Zustand vollkommenen Wettbewerbs keine Machteinflüsse wirken.11 Tatsächlich beugt die allgemeine Gleichgewichtstheorie einer notwendigen Berücksichtigung von Macht in der ökonomischen Theorie vor. Der wahrscheinlich bekannteste ökonomische Beitrag, der die Irrelevanz von Machtverhältnissen betont, ist Eugen Böhm-Bawerks Artikel "Macht oder ökonomisches Gesetz".12 Der österreichische Ökonom und mehrmalige Finanzminister um die Wende zum 20. Jahrhundert stellt die Frage, ob die Verteilung der Güter auf lange Sicht durch Machtverhältnisse oder natürliche ökonomische Gesetze bestimmt wird. Während Böhm-Bawerk nicht darauf eingeht, ob Politik im Allgemeinen ökonomische Gesetze aushebeln kann, betont er, dass die Kräfte der Grenzproduktivitätstheorie die Oberhand behalten.13 Obwohl diese Perspektive nicht auf generelle Machtverhältnisse gerichtet ist, scheint es eindeutig, dass Macht keine wichtige Rolle in der Mainstream-Ökonomie nach der sogenannten Marginalen Revolution spielt.14

Es gibt zahlreiche Erklärungen für diesen blinden Fleck in der herrschenden Wirtschaftswissenschaft. Ein möglicher Grund ist der Widerspruch zwischen dem neoklassischen Fundament des methodologischen Individualismus - ökonomische Phänomene können auf individuelle Handlungsentscheidungen nutzenmaximierender AgentInnen zurückgeführt werden - und der breiteren Perspektive sozialer Klassen, die für eine Analyse von Macht notwendig ist. Dieser Blickwinkel, den die klassische Ökonomie einnahm, brachte unweigerlich die Berücksichtigung von politischen und ökonomischen Konflikten sowie Fragen der Machtverhältnisse mit sich.15 Der Übergang von der klassischen zur neoklassischen - oder eher anti-klassischen16 - Ökonomie veränderte die Sichtweise auf ökonomische Subjekte als Mitglieder gesellschaftlicher Klassen hin zu unabhängigen Individuen, deren Handlungen mit einer simplen Aggregationslogik zu Sektoren aufsummiert werden können. Die Mikrofundierung der Makroökonomie verliert somit die Relevanz von Machtverhältnissen oder ungleichen Machtblöcken in einer Gesellschaft aus dem Blick. Da der methodologische Individualismus ein Kernstück der neoklassischen Ökonomie im Lakatos'schen Sinne17 darstellt, kann man ihn auch nicht überwinden ohne das neoklassische Theoriegebäude als solches neu zu formulieren.

Eine andere Erklärung für die fehlende Berücksichtigung von Macht in der herrschenden Wirtschaftswissenschaft stellt die Selbstwahrnehmung der Neoklassik als eine exakte Wissenschaft mit einer naturwissenschaftlich inspirierten Methode dar.18 Diese Orientierung an einer wissenschaftlich exakten Methode ist ein Alleinstellungsmerkmal, das die Wirtschaftswissenschaft im Vergleich zu anderen Sozialwissenschaften historisch abgrenzte. Die unterschiedlichen epistemologischen Kulturen der sozialwissenschaftlichen Disziplinen sind der Ursprung der prätentiösen Selbsteinschätzung eines "ökonomischen Imperialismus"19 oder der "Überlegenheit der ÖkonomInnen".20 Allerdings begrenzt diese empirisch-realistische Ontologie der Mainstream-Ökonomie21 die Möglichkeiten, reale ökonomische Problemstellungen wie Machtverhältnisse zu berücksichtigen. Aus dieser Sicht ist das Ausklammern von Macht in der Ökonomie die Konsequenz aus der Angst des Verlustes von Exaktheit und der Gefahr einer Verunreinigung der Wissenschaftlichkeit durch schwer quantifizierbare Phänomene.22

Piketty teilt diese Kritik an der Mainstream-Ökonomie.23 Aus seiner Sicht hat die Disziplin ihre Leidenschaft für "rein theoretische und oftmals sehr ideologische Spekulationen nicht abgelegt, was zu Lasten der historischen Forschung und der Kooperation mit den anderen Sozialwissenschaften geht". Und dennoch gleicht seine eigene Arbeit dieses Defizit bisher nicht aus. In Das Kapital im 21. Jahrhundert verweist Piketty zwar wiederholt auf die Relevanz von Machtverhältnissen, er diskutiert den Zusammenhang zwischen Vermögensungleichheit und Macht aber nicht explizit. Das hat sich in seinen jüngeren Publikationen auch nicht geändert. In einem auf sein Buch folgenden Artikel24 erklärt er, dass die Entwicklung der Ungleichheit von "institutions and policies that societies choose to adopt" bestimmt wird, aber er erwähnt die den Institutionen zugrunde liegenden Machtverhältnisse nicht.

Vermögensungleichheit und die Frage der gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse

Dieser Abschnitt versucht eine erste Annäherung an das Konzept der Macht, und greift exemplarisch verschiedene Kanäle heraus, über die Macht durch Vermögen ausgeübt werden kann. Macht ist ein notorisch nebulöses Konzept, das sich sehr schwer dingfest machen lässt und aus Sicht der herrschenden Wirtschaftswissenschaft nicht operationalisierbar ist. Andere Sozialwissenschaften reagierten auf diese Herausforderung damit, ein breiteres Spektrum an Machtbegriffen anzubieten. Obwohl die sozialwissenschaftliche Debatte weit entfernt von einer abschließenden oder sogar einvernehmlichen Definition ist, sind auch sehr grundlegende und unspezifische Definitionen von Macht in sozialen Beziehungen ein Fortschritt gegenüber der mangelhaften Implementierung in der neoklassischen Gleichgewichtstheorie. Beispielsweise definiert Max Weber Macht als "jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht".25 Lukes bietet eine ähnliche Konzeptualisierung von Macht: "A exercises power over B when A affects B in a manner contrary to B's interest".26

Diese politikwissenschaftlichen und soziologischen Annäherungen wurden von heterodoxen ÖkonomInnen aufgenommen und erweitert. Die bisher erwähnten Definitionen fokussieren auf beabsichtigtes Verhalten in den Beziehungen zwischen Individuen mit ungleichen Machtressourcen (relationale Macht). Für die Beziehung zwischen Vermögensungleichheit und Machtverhältnissen ist strukturelle Macht aber deutlich relevanter. Dutt schlägt vor, Macht auch in einem Optimierungsansatz vor dem Hintergrund der Beeinflussung von "Spielregeln" zu denken.27 Das Konzept struktureller Macht impliziert auch die Möglichkeit, die Rahmenbedingungen zu formen, in denen politische Institutionen, ökonomische Subjekte, WissenschafterInnen oder die Medien agieren. Strukturelle Macht umfasst somit auch das Abstecken der öffentlichen Debatte sowie die Beeinflussung der Diskussionskultur, d.h. zu bestimmen, welche Themen überhaupt diskutiert werden können und welche nicht auf der Agenda stehen. Das Ziel struktureller Macht ist in erster Linie das Aufrechterhalten der herrschenden Macht- (und Eigentums-)Verhältnisse.

Die (post)keynesianische und die marxistische Ökonomie beziehen sich zum größten Teil auf die klassischen Konzepte von Machtverhältnissen, die auf antagonistischen Klasseninteressen basieren. Beispielsweise argumentiert Michal Kalecki in einem bekannten Artikel über die politischen Aspekte von Vollbeschäftigung, dass KapitalistInnen die sozialen und politischen Konsequenzen der Vollbeschäftigung fürchten, da sich dadurch die Machtverhältnisse zugunsten der ArbeiterInnenklasse verschieben.28 Die moderne, umfangreiche (post)keynesianische Literatur zur funktionalen Einkommensverteilung und der Relevanz von Arbeitsmarktinstitutionen, also Gewerkschaften, beruht auf diesem Verständnis, dass Interessens- und Machtkonflikte den ökonomischen Ergebnissen zugrunde liegen.

MarxistInnen verknüpfen Macht explizit mit Klassenherrschaft und der Ausbeutung der Arbeitskraft im Kapitalismus.29 Das Fundament der Machtausübung ist somit das Privateigentum an Produktionsmitteln und Macht wird zur Aufrechterhaltung der sozialen Beziehungen zwischen den Klassen angewandt. Im "Idealfall" werden die Klassenbeziehungen hegemonial, das heißt zur kollektiven Vorstellung von sozialer Ordnung, die die Normalität im "Alltagsverstand" der Beherrschten darstellt.30 Daraus resultiert eine marxistische Antwort auf die Weber'sche Definition von Macht: "[r]ather than A getting B to do something B would not otherwise do, social relations of power typically involve both A and B doing what they ordinarily do".31

Im Folgenden werden nun drei Aspekte diskutiert, wie die ungleiche Verteilung von privaten Vermögen die Machtverhältnisse beeinflussen kann. Da eine ausführliche Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Ungleichheit und Macht den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, beschränken wir uns auf (1) Vermögensungleichheit und die Teilnahme an politischen Entscheidungsprozessen, (2) die Konzentration der Produktionsmittel auf wenige große Unternehmungen und Konzernmacht, sowie (3) die Diskrepanz zwischen privater Vermögensakkumulation und öffentlicher Verschuldung als Machtquelle. In der Terminologie von Robert Dahls einflussreichem Beitrag zu Machtkonzeptionen32, fokussieren wir auf die Grundlage von Macht, d.h. die zugrunde liegenden Ressourcen, die A benutzen kann um das Verhalten von B zu beeinflussen.33

In Bezug auf den ersten Aspekt, die Verbindung zwischen Vermögensungleichheit und politischer Macht, gibt es nur eine sehr spärliche Anzahl an empirischen Arbeiten. Das ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass es kaum gute Daten zu Vermögen gibt und Macht nur sehr schwer zu quantifizieren ist. Die wenige vorhandene Literatur bezieht sich zudem praktisch ausschließlich auf die USA. Page u.a. etwa erhoben Daten über wohlhabende US-AmerikanerInnen, um die Unterschiede zwischen ihren politischen Präferenzen und jenen der durchschnittlichen Bevölkerung zu analysieren. Sie fanden dabei bemerkenswerte Übereinstimmungen zwischen den Präferenzen der Reichen und den tatsächlich umgesetzten politischen Maßnahmen in gewissen Politikfeldern.34

Zu Einkommen und Macht im Sinne von politischer Teilhabe gibt es dagegen vergleichsweise reichlich empirische Arbeiten, allerdings auch hier hauptsächlich mit US-Bezug. Gilens und Page zeigen, dass Einkommenseliten und organisierte Interessensvertretungen der Kapitalseite einen substantiellen Einfluss auf die US-amerikanische Politik ausüben, während Interessensvertretungen für große Bevölkerungsteile sowie DurchschnittsbürgerInnen kaum bzw. kein Gehör für ihre Anliegen finden.35 Bonica u.a. untersuchen den Zusammenhang zwischen der Wahlbeteiligung bei US-Wahlen und dem Haushaltseinkommen und finden eine eindeutig positive Korrelation.36 Duca und Saving dokumentieren die Existenz von langfristigen, zweiseitig gerichteten Rückkoppelungseffekten zwischen Einkommensungleichheit und politischer Polarisation.37

Vor dem Hintergrund dieser empirischen Evidenz ist die Annahme gerechtfertigt, dass die schiefe Vermögensverteilung erheblichen Einfluss auf die Möglichkeiten der politischen Teilhabe hat: Überfluss und Einfluss scheinen einherzugehen.38 Privates Vermögen ist eine Ressource, die zur Machtausübung angewendet werden kann, z.B. durch Parteispenden oder Aufwendungen für Lobbyismus. Bonica u.a. analysieren Parteispenden von Menschen mit hohen und niedrigen Einkommen an US-Wahlkomitees und zeigen, dass ihre ideologischen Präferenzen sich stark unterscheiden.39 Die Autoren beleuchten die Rückkoppelungseffekte der Politik auf Ungleichheit, indem beispielsweise die Spitzensteuersätze in vielen Ländern schrittweise reduziert wurden. Der Zusammenhang zwischen Vermögen und Macht ist somit keine Einbahnstraße, da politischer Einfluss dazu genutzt werden kann, die institutionellen Rahmenbedingungen für die private Vermögensakkumulation zum eigenen Wohl zu verändern.

Der zweite Kanal, über den Vermögen und Macht zusammenhängen, betrifft die Konzentration von Unternehmensvermögen, die auch die Konzentration von Unternehmensmacht impliziert. Konzentrationsprozesse zählen zu den systemischen Eigenschaften der kapitalistischen Produktionsweise, und die daraus resultierende Konzernmacht kann einen entscheidenden Einfluss darauf haben, wie eine Gesellschaft funktioniert. Deshalb begrenzt Harvey die Konsequenzen der Machtkonzentration von Unternehmen und der Monopoltendenzen nicht nur auf Preiseffekte an den Gütermärkten. Er argumentiert, dass die historische Entwicklung der Kommodifizierung aus dem Profitstreben sowie den Monopolbestrebungen der KapitaleigentümerInnen hervorgeht.40 Die Kommodifizierung ist somit ein Ausdruck der sich verändernden Machtverhältnisse in einer Gesellschaft, da große Unternehmen die private (und bevorzugterweise monopolistische) Produktion bisher öffentlich oder nicht-kapitalistisch bereitgestellter Güter einfordern. Auch andere Entwicklungen zeigen die Verschiebung in den Machtverhältnissen zwischen Konzernen und der Gesellschaft in ihrer Gesamtheit. Zucman legt dar, wie multinationale Unternehmen ihre Profite maximieren, indem sie mittels Gewinnverlagerungen und konzerninterner Verrechnungsmethoden nationale Steuersysteme aushebeln.41 Große Konzerne nutzen ihre Macht somit nicht nur um profitsteigernde institutionelle Rahmenbedingungen zu schaffen, sondern untergraben damit auch die finanzielle Basis der Wohlfahrtsstaaten. Dieses Aushungern der staatlichen Finanzierungsbasis ist eng verknüpft mit dem dritten Aspekt, den wir hier beleuchten wollen: die Diskrepanz zwischen privaten Vermögen und öffentlicher Verschuldung.

Während öffentliches Vermögen eine sehr wichtige Rolle in der Nachkriegsära spielte, erodiert es seit Jahrzehnten durch Privatisierungen und Deregulierungen. Das Spiegelbild dieses Rückgangs ist der starke Anstieg der privaten Vermögen seit den 1970er Jahren.42 Diese Entwicklung wurde durch die Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2007 zusätzlich beschleunigt. Einerseits wurden öffentliche Mittel dazu eingesetzt, das private Kapital, vor allem in den Finanz- und Bankensektoren, in zahlreichen europäischen Ländern mittels spektakulärer Rettungsaktionen abzusichern. Andererseits kamen die öffentlichen Haushalte durch ebendiese Ausgaben sowie durch die automatischen Stabilisatoren in der Folge der Krise unter erhöhten Druck. Während die öffentlichen Schuldenstände somit dramatisch anstiegen, blieben die ökonomischen Möglichkeiten, den Finanzsektor einzudämmen und Teile des Bankenwesens sinnvoll in den gesellschaftlichen Besitz überzuführen, ungenutzt. Im Gegenteil, die fiskalischen Konsequenzen der Finanz- und Wirtschaftskrise, sowie die damit verbundenen Missverhältnisse zwischen privaten und öffentlichen Vermögen, waren auf allen Ebenen der Politik zu spüren. Da die Fiskalpolitik auch (oder gerade) in diesem krisenhaften Umfeld auf europäischer Ebene stark beschnitten wird, sind öffentliche Dienstleistungen zunehmend unterfinanziert. Auch das ändert das Kräfteverhältnis zugunsten von privaten Unternehmen und vermögenden Personen, denn die Finanzierung gesellschaftlicher Aufgaben erfolgt zusehends durch Private-Public Partnerships sowie durch spendenbasierte Privatinitiativen.43 In weiterer Folge droht auch eine Aushöhlung der demokratischen Entscheidung über notwendige Investitionen, wenn diese von der privaten Finanzierung einer kleinen Vermögenselite abhängig sind. Insgesamt verschärfte sich somit im Gefolge der Krise das Ungleichgewicht zwischen öffentlichem und privatem - stark konzentriertem - Vermögen.

Diese drei exemplarischen Kanäle, über die sich Vermögen und Macht gegenseitig beeinflussen, illustrieren, wie wichtig eine Konzeption dieser beiden Begriffe in der Wirtschaftswissenschaft ist. Sie müssen zudem zusammen gedacht werden, damit ihre explosive Wechselwirkung entsprechend erfasst werden kann.

Resümee

Dieser Beitrag argumentiert, dass Vermögensungleichheit und Machtverhältnisse zwei Kernbereiche für die zukünftige Forschung in den heterodoxen Wirtschaftswissenschaften sind. Aus unserer Sicht sind die Akkumulation privater Vermögen, der konzentrierte Besitz an Produktionsmitteln sowie die damit verbundenen Gestaltungsmöglichkeiten von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen von zentraler Bedeutung für ein progressives Verständnis von Ökonomie. Zwei rezente Entwicklungen haben diesem Forschungsgebiet zu neuem Schwung verholfen: der immense Erfolg von Pikettys Buch hat sowohl die Mainstream-Ökonomie als auch die Öffentlichkeit für Verteilungsfragen sensibilisiert; zudem haben neue Vermögensdaten der Europäischen Zentralbank, der Household Finance and Consumption Survey (HFCS), reichhaltige und aufschlussreiche Analysen der Vermögensverteilung in der Eurozone ermöglicht.

Erste Resultate aus der Forschung mittels HFCS-Daten haben Pikettys Resultate nicht nur bestätigt, sondern seine Untersuchungen mit sozioökonomischen Charakteristika der privaten Haushalte angereichert. Diese Analysen zeigen, dass Vermögen extrem ungleich verteilt ist - viel ungleicher als Einkommen. Mehr als die Hälfte der untersuchten Länder weisen Gini-Koeffizienten jenseits von 0,6 Einheiten auf, und das obwohl die HFCS-Daten die tatsächliche Vermögensungleichheit durch die Untererfassung von sehr reichen Haushalten noch unterschätzen. Weiters ist die Frage, ob Vermögen durch Arbeitseinkommen oder durch intergenerationelle Transfers akkumuliert wird, zentral für die Chancengleichheit in einer Gesellschaft und stark mit der Legitimation dieser Gesellschafts- und Produktionssysteme verknüpft. Piketty zeigt mit seinen historischen Daten aus Frankreich eindeutig: große Vermögen werden heutzutage nicht durch Arbeit, sondern durch Erbschaften angehäuft. Auch die HFCS-Daten weisen in dieselbe Richtung: Erbschaften sind der größte einzelne Erklärungsfaktor für die Höhe der Vermögensungleichheit.

Die Konzentrationsprozesse, die der Vermögensakkumulation innewohnen, bergen das Risiko einer Eskalation der Vermögensungleichheit. Einerseits, wie auch von Piketty überzeugend dokumentiert, ernten größere Vermögen auch höhere Renditen. Andererseits können sehr große Vermögen ihre Machteinflüsse geltend machen um die wirtschaftspolitischen Entscheidungen zu ihren Gunsten auszurichten bzw. um ihre Vermögensakkumulation zu beschleunigen.

Macht ist ein blinder Fleck der herrschenden neoklassischen Wirtschaftswissenschaft. Das liegt einerseits an der grundsätzlichen Ausrichtung am methodologischen Individualismus und der Vernachlässigung sozialer Klassen bzw. ungleicher Machtverhältnisse. Zum anderen droht aus Sicht der naturwissenschaftlich-orientierten Ökonomie die Exaktheit verloren zu gehen, wenn ein schwer operationalisierbares Konzept wie Macht Einzug findet. Die (post)keynesianischen und marxistischen Denkschulen bieten bessere Grundlagen um Machtkonzeptionen auf Verteilungsfragen anzuwenden, da Klasseninteressen weiterhin berücksichtigt werden. Vor allem die Auffassung von struktureller Macht und Vorstellungen von Hegemonie im gramscianischen Sinn sind unerlässlich, um die Machtkonflikte im Kern der Verteilungsfragen ökonomischer Ressourcen zu verstehen.

Schließlich zeigt dieser Beitrag, dass Vermögensungleichheit und Machtverhältnisse untrennbar verbunden sind und in vielerlei Hinsicht interagieren. Das stellt die heterodoxen Wirtschaftswissenschaften vor viele noch offene Forschungsfragen, sowohl in theoretischer als auch in empirischer Betrachtung. Entscheidend ist die Frage, wie die Gesellschaft mit dieser wachsenden Problematik umgeht. Die Erkenntnis, dass Vermögensakkumulation und Konzentrationstendenzen systemimmanente Prozesse im Kapitalismus sind, mündet in der Frage, ob es einen Kapitalismus ohne Interessenswidersprüche und Machtungleichgewichte geben kann. Piketty ist in seinem Buch überzeugt, dass eine geeignete Institutionenlandschaft und ausreichende demokratische Mitbestimmung das Problem der Vermögens- und Machtkonzentration in den Griff bekommen kann. Auch wenn diese Hoffnung, wie von Stützle/Kaufmann in diesem Band44, durchaus kritisch gesehen werden kann, bietet Piketty damit zumindest die Grundlage für eine intensivere Diskussion über die Organisation von Wirtschaft und Gesellschaft.

Anmerkungen

1) Dieser Beitrag erschien ursprünglich in Kurswechsel 2/2015: 69-79, der Zeitschrift des Beirats für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen (BEIGEWUM). Wir danken den HerausgeberInnen für die Erlaubnis zur Reproduktion. Der Erstabdruck enthält außerdem eine umfangreiche Literaturliste.

2) Der Hinweis bezieht sich auf Kurswechsel 2/2015; für ähnliche Ausführungen siehe auch den Beitrag von Julia Hofmann in diesem Forum Wissenschaft [Anm. d. Red.].

3) Europäische Zentralbank (EZB) 2013: "The Eurosystem Household Finance and Consumption Survey. Results from the first wave", in: ECB Statistics Paper Series No 2/April 2013: 96.

4) Thomas Piketty 2014: Das Kapital im 21. Jahrhundert, München.

5) Sebastian Leitner 2015: "Drivers of wealth inequality in Euro area countries", in: AK Working Paper Series Nr. 137 (Materialien zu Wirtschaft und Gesellschaft): 1-25.

6) Piketty 2014, a.a.O.: 596f.

7) Albert Ando / Franco Modigliani 1963: "The ›life cycle‹ hypothesis of saving: Aggregate implications and tests", in: The American Economic Review 53(1): 55-84; Christopher D. Carroll / Andrew A. Samwick 1997: "The nature of precautionary wealth", in: Journal of Monetary Economics 40(1): 41-71.

8) Leitner 2015, a.a.O.: 20.

9) Ngo Van Long / Koji Shimomura 2004: "Relative wealth, status-seeking, and catching-up" in: Journal of Economic Behavior & Organization 53(4): 529-542.

10) Martin Gilens 2012: Affluence and Influence - Economic inequality and political power in America, Princeton University Press.; Schlögl / Plehwe in diesem Band [= Kurswechsel 2/2015; Anm. d. Red.].

11) Peter Kalmbach 2008:" Anmerkungen zum Verhältnis von Macht und ökonomischem Gesetz", in: Ökonomie und Gesellschaft, Jahrbuch 21, Marburg.

12) Eugen Böhm-Bawerk 1914: "Macht oder ökonomisches Gesetz?", in: Zeitschrift für Volkswirtschaft, Sozialpolitik und Verwaltung, Bd. 23, Wien.

13) Johannes Berger / Hans G. Nutzinger 2008: "Zum Verhältnis von ›Macht‹ und ›ökonomischem Gesetz‹", in: Ökonomie und Gesellschaft, Jahrbuch 21, Marburg.

14) Thomas Dürmeier 2008: "Die asymmetrische Geschichte der Kategorie Macht in der Ökonomik", in: Ökonomie und Gesellschaft, Jahrbuch 21, Marburg.

15) Kurt W. Rothschild 2002: "The absence of power in contemporary economic theory", in: Journal of Socio-Economics 31(5): 433-442.

16) Tony Lawson 2013: "What is this ›school‹ called neoclassical economics?", in: Cambridge Journal of Economics 37(5): 947-983.

17) Imre Lakatos 1970: Criticism and the Growth of Knowledge, Cambridge University Press, Cambridge.

18) Philip Mirowski 1989: More Heat than Light: Economics as Social Physics, Physics as Nature's Economics, Cambridge University Press.; Rothschild, a.a.O.

19) Edward P. Lazear 2000: "Economic Imperialism", in: The Quarterly Journal of Economics 115(1): 99-146.

20) Marion Fourcade / Etienne Ollion / Yann Algan 2015: "The Superiority of Economists", in: Journal of Economic Perspectives 29(1): 89-114.

21) Giulio Palermo 2007: "The ontology of economic power in capitalism: mainstream economics and Marx", in: Cambridge Journal of Economics 31(4): 539-561.

22) Kurt W. Rothschild 2002, a.a.O.

23) Thomas Piketty 2014, a.a.O.: 53.

24) Thomas Piketty 2015: "Putting Distribution Back at the Center of Economics: Reflections on Capital in the Twenty-First Century", in: Journal of Economic Perspectives 29(1): 67-88, hier: 69.

25) Max Weber 1978: Economy and Society, University of California Press: 28.

26) Steven Lukes 2005: Power - A Radical View, London: 30.

27) Amitava K. Dutt 2015: "Uncertainty, power, institutions, and crisis: implications for economic analysis and the future of capitalism", in: Review of Keynesian Economics 3(1): 9-28.

28) Michal Kalecki 1943: "Political aspects of full employment", in: The Political Quarterly 14(4): 322-330.

29) Bob Jessop 2012: "Marxist Approaches to Power", in: E. Amenta, K. Nash, and A. Scott (eds.): The Wiley-Blackwell Companion to Political Sociology, John Wiley & Sons, United Kingdom.

30) Antonio Gramsci 1971: Selections from the Prison Notebooks, London.

31) Jeffrey C. Isaac 1987: Power and Marxist Theory: A Realist Approach, Cornwell University Press: 96.

32) Robert A. Dahl 1957: "The Concept of Power", in: Behavioral Science 2(3): 201-215.

33) John Harsanyi 1962: "The dimension and measurement of social power", in: Kurt W. Rothschild 1971: Power in Economics, Penguin Books.

34) Benjamin I. Page / Larry M. Bartels / Jason Seawright 2013: "Democracy and the Policy Preferences of Wealthy Americans", in: Perspectives on Politics 11 (1): 51-73.

35) Martin Gilens / Benjamin I. Page 2014: "Testing Theories of American Politics: Elites, Interest Groups, and Average Citizens", in: Perspectives on Politics 12(3): 564-581.

36) Adam Bonica / Nolan McCarty / Keith T. Poole / Howard Rosenthal 2013: "Why Hasn't Democracy Slowed Rising Inequality?", in: Journal of Economic Perspectives 27(3): 103-124.

37) John V. Duca / Jason L. Saving 2014: Income Inequality and Political Polarization: Time Series Evidence Over Nine Decades. Federal Reserve Bank of Dallas Research Department, Working Paper 1408.

38) Martin Gilens 2012, a.a.O.

39) Adam Bonica u. a. 2013, a.a.O.

40) David Harvey 2014: Seventeen Contradictions and the End of Capitalism, Profile Books.; siehe auch Colin Crouch 2004: Post-Democracy, John Wiley & Sons.

41) Gabriel Zucman 2014: "Taxing across Borders: Tracking Personal Wealth and Corporate Profits", in: Journal of Economic Perspectives 28(4): 121-148.

42) Thomas Piketty 2014, a.a.O.: 170.

43) David McCoy / Gayatri Kembhavi / Jinseh Patel / Akish Luintel 2009: "The Bill & Melinda Gates Foundation's grant-making programme for global health", in: The Lancet 373: 1645-1653.

44) Kurswechsel 2/2015 [Anm. d. Red.].


Matthias Schnetzer ist Referent in der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der Arbeiterkammer Wien und Lektor an der Wirtschaftsuniversität Wien. Miriam Rehm ist Referentin in der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der Arbeiterkammer Wien mit den Forschungsgebieten Makroökonomie und Verteilung.

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