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»Wissenschaft ist also ein prinzipielles Gegen-den-Strom-Schwimmen.«

Klaus Holzkamp

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Forum Wissenschaft 3/2016

19.09.2016: Sieg der Unvernunft? Analyse und Kritik der "Exzellenzstrategie"

  
 

Forum Wissenschaft 3/2016; Foto: Arbeitsstelle Forschungstransfer (Eigenes Werk) CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

2005 startete die damalige rot-grüne Bundesregierung erstmals ein Förderprogramm unter dem Titel "Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen". Damit sollte unter anderem Namen der Weg für Eliteuniversitäten in Deutschland geebnet werden.

Nachdem die "Exzellenzinitiative" bis 2012 drei Förderrunden durchlief, wurde sie ab 2014 von einer Expertenkommission unter Leitung des Schweizer Physikprofessors Dieter Imboden evaluiert. Trotz einiger kritischer Detailbefunde bescheinigte die Kommission der Initiative Anfang 2016 einen Erfolg. Auf dieser Basis beschlossen Bund und Länder dann im Frühjahr die Weiterführung dieses Fördersystems - der neue Name "Exzellenzstrategie" ist lediglich kosmetischer Natur und hat keinen Einfluss auf die überwiegend negativen Konsequenzen des Fördermodells:

Die Grundfinanzierung des Hochschulsystems stagniert auf zu niedrigem Niveau, die Exzellenzinitiative bindet Personalressourcen, erschwert den Zugang zu Dauerstellen für den wissenschaftlichen Nachwuchs und trägt insgesamt zur Verschlechterung der Studienbedingungen bei.

Trotz der breiten politischen Mehrheit für die Weiterführung der Exzellenzstrategie gab es aber diesmal von verschiedenen Akteur_innen deutliche Kritik - selbstverständlich auch vom BdWi (siehe auch Forum Wissenschaft 2/2016 mit dem Abdruck einer Resolution der BdWi-MV), aber z. B. auch von einer unabhängigen Initiative von Wissenschaftler_innen, die immerhin über 3.000 Unterschriften für eine Petition sammeln konnte. Äußerungen von Zweifel und Skepsis gegenüber der herrschenden Hochschulpolitik sind erkennbar lauter geworden und für uns Anlass, uns in diesem Heft der Exzellenzstrategie tiefergehend zu widmen.

Daneben stehen weitere aktuelle hochschulpolitische Fragen im Fokus, etwa die kürzlich beschlossenen Änderungen des Befristungsrechts bei Beschäftigungsverhältnissen an wissenschaftlichen Einrichtungen oder der Kampf der Zivilklauselbewegung um die Begrenzung militärisch motivierter Forschung. Schließlich beschäftigen wir uns ausgiebig mit der bildungs- und hochschulpolitischen Programmatik der AfD.

Für die Mitarbeit an dieser Ausgabe danken wir allen Autor_innen.

Die nächste Ausgabe von Forum Wissenschaft erscheint im Dezember 2016. Unser Schwerpunktthema dreht sich dann um die Thematik "Industrie 4.0 / Digitalisierung in der Bildung". Artikelvorschläge und -angebote nehmen wir gern entgegen. Redaktionsschluss ist der 5. November.

Hochschulpolitik

Torsten Bultmann: Elitenförderung macht dumm

Tilman Reitz: Unvernunft als Wettbewerbssieger

Sinah Mielich / Till Petersen: Anachronismus oder Sieg der Vernunft?

Stefan Kühl: Exzellente Beantragung

Andreas Keller / Sonja Staack: Endlich gute Arbeit

Nicole Gohlke / Christian Schaft: Völkisch, reaktionär und elitär

Isabella Albert / Daniel Gaittet: Macht Wirtschaft Uni?

Thorben J. Witt: "Lernfabriken ... meutern!"

Eric Recke: Krieg oder Frieden? Die Zivilisationsfrage

Forschung und Wissenschaft

Sabine Koloch: Des Kaisers neue Kleider

Dieter Kramer: Kulturwissenschaft und völkisches Denken

Armin Bernhard: Das Feindbild Russland

Nachruf

Rainer Rilling: Auf der letzten Reise

Vermischtes

Nachrichten aus Wissenschafts- und Hochschulentwicklung

BdWi-Inlay I-III

Kolumne (Georg Fülberth)

Rezensionen

Annotationen

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