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»Wissenschaft ist also ein prinzipielles Gegen-den-Strom-Schwimmen.«

Klaus Holzkamp

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Forum Wissenschaft

Forum Wissenschaft 3/2013

16.09.2013: Bildung und Religion. Anachronistische Privilegien in der Diskussion

  
 

Forum Wissenschaft 3/2013

In Deutschland gibt es keine Staatsreligion, vielmehr garantiert das Grundgesetz die Religionsfreiheit als individuelles Grundrecht. Das schließt die Freiheit, sich keiner Religion zuzuwenden, ein. Letzteres nimmt etwa ein Drittel der hier lebenden Bevölkerung für sich in Anspruch. Unter den religiös Gebundenen besteht eine große Vielfalt der Glaubensrichtungen. Zu den großen christlichen Kirchen bekennt sich nur noch gut die Hälfte der Einwohner_innen der Bundesrepublik, in den neuen Bundesländern ist es nur etwa ein Viertel. Dennoch genießen die römisch-katholische und die evangelischen Kirchen massive Privilegien - auch und gerade im Bildungs- und Hochschulbereich. Abgesehen davon, dass es private Bildungseinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft gibt, die staatlich subventioniert werden, ist es vor allem der christliche Einfluss im öffentlichen Bildungswesen, der hier ins Auge fällt. Ob Religionsunterricht an staatlichen Schulen oder die akademische Ausbildung des kirchlichen Nachwuchses an staatlichen Universitäten: Eine tatsächliche Trennung von Staat und Kirche findet hier nicht statt. Vielmehr erfolgt steuerfinanzierte christliche Glaubensvermittlung statt wissenschaftlicher Forschung und Bildung. Die auf der oben erwähnten, zunehmenden weltanschaulichen Diversität der bundesdeutschen Gesellschaft basierenden unterschiedlichen Interessenlagen führen zwangsläufig zu Konflikten und Auseinandersetzungen. Angesichts dessen wirkt die staatlich-klerikale Verquickung nur noch anachronistisch.

Die Auseinandersetzungen um das Verhältnis von Staat und Religion(en) im Bildungsbereich stehen im Mittelpunkt dieser Ausgabe von Forum Wissenschaft.

Neben dem Themenschwerpunkt widmen wir uns in diesem Heft der Erinnerung an Walter Jens. Der herausragende Wissenschaftler und politische Intellektuelle starb am 9. Juni im Alter von 90 Jahren. Walter Jens war 1968 aktiv an der Gründung des BdWi beteiligt und engagierte sich von 1972-76 in dessen Bundesvorstand. Wir erinnern an sein Leben und Wirken und dokumentieren seine Festrede aus dem Jahre 1988, die er zur Verleihung des Wolfgang-Abendroth-Preises hielt.

Bildung und Religion

Torsten Bultmann: Kirche in der Schule - wie lange noch?

Katharina Mahrt, Heike Wehage: Religionsunterricht im Bundesländervergleich

Adeline Duvivier: Bekenntnisschulen als Relikt einer anderen Zeit

Christoph Lammers: Kreationismus auf dem Vormarsch

Frieder Otto Wolf: Die Schwierigkeiten der Beschneidungsdebatte

Astrid Papendick: Paradiesisch dank staatlicher Zuwendung

Alexander von Pechmann: Der Streit um die bayerischen "Konkordatslehrstühle"

Berno Schuckart-Witsch: Warum in Gottes Häusern gestreikt wird

Bildung und Wissenschaft

Sabine Kiel: Nicht wirklich Auffälliges ... - oder doch?

Torsten Bultmann: Viel Altes und wenig Neues

Internationales

Siebo M. H. Janssen: Hoffnungsträger vor dem Scheitern?

Zeitgeschichte

Cornelia Domino, Manolito Gallegos, Sven Lehmann, Kirsten Heike Pistel: Ziviler Wissenschaftler im Militarismus

Georg Fülberth: Luft zum Atmen

Walter Jens: Zum Wolfgang-Abendroth-Preis 1988

Wilma Ruth Albrecht: Westdeutscher Staatsschutz

Kolumne

Georg Fülberth: Arbeitsproduktivität

Nachrichten aus Wissenschafts- und Hochschulentwicklung

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Rezension im Humanistischen Pressedienst

Zugehörige Dateien:
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