BdWi - Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

»Wissenschaft ist also ein prinzipielles Gegen-den-Strom-Schwimmen.«

Klaus Holzkamp

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Forum Wissenschaft

Organisierung demokratischer Bildung. Kritik der Verhältnisse und Gegenentwurf

15.01.2009: Streitschrift zur Gründung eines Instituts für demokratische Bildung

Herausgegeben 2009 von

  • Komitee für Grundrechte und Demokratie
  • Heidelberger Forum für kritische Theorie und Wissenschaft
  • Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
  • Kritische Initiative Heidelberg
  • Linkswärts e.V. Mainz

Vorwort

Ein Hilferuf geht durch die Gesellschaft: Der "Bildungsnotstand" wird ausgerufen. Die Regierungen sind alarmiert. Sondersitzungen werden einberufen, Kommissionen aus SchülerInnen und Studierenden, Eltern, Lehrenden und Forschenden eingesetzt. Der Finanzminister zögert nicht. 500 Milliarden Euro Soforthilfe für den Aufbau neuer Schulen und Universitäten, Fortbildungszentren für Arbeitnehmer- Innen, Bildungsforen zur Entwicklung zeitgemäßer Lehr-Lernformen. Langfristige finanzielle Absicherung von Bildungseinrichtungen kleiner und mittlerer Größe, geringer Bürokratie und hoher sozialer Durchlässigkeit. Nicht von heute auf morgen, die Regierungen sehen realistisch, aber die Richtung ist klar. Nach fünf Jahren des Um- und Aufbaus Aufatmen: Die statistische Politikverdrossenheit nähert sich ihrem Jahrhunderttief, die Bürgerinnen und Bürger verstehen, kontrollieren und gestalten ihre soziale Umwelt. Gesellschaftliche Innovationen durch demokratische Bildung.

Hiervon sind wir weit entfernt. Bildung wird heute vielmehr sozial segregiert, elitär organisiert und allein auf seine Verwertbarkeit "gerankt". Bildung wird nicht als Menschenrecht begriffen, mehr noch: die Fähigkeit, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, die Rechte und Pflichten als BürgerIn in einer demokratischen Gesellschaft zu verstehen und mitzugestalten, wird von den Eliten des Landes als überflüssig, wenn nicht gar lästig empfunden. Würde "Bildung als Menschenrecht" ernst genommen, man herrschte nicht von hohen "Bildungsgipfeln".

Aus diesem Grunde fanden sich im November 2008 verschiedene Initiativen kritischer Wissenschaft in Heidelberg zusammen, um aus der Kritik der bestehenden Bildungsverhältnisse heraus alternative Realisierungsformen demokratischer Bildung zu diskutieren. Es gilt, die Passivität in innerinstitutionellen Reformversuchen gleichwohl wie die Machtlosigkeit gegenüber landes- und bundespolitischen Entscheidungen zu überwinden und progressiv Alternativen zu entwickeln.

Erste konzeptuelle Überlegungen hierzu möchten wir auf den folgenden Seiten der Diskussion stellen: In einem ersten Teil (A.) werden gesellschaftliche Bildungs- und Demokratieprozesse als Einheit herausgearbeitet und in einem daran anschließenden zweiten Teil (B.) am Beispiel der Universitäten konkretisiert. Im dritten und letzten Teil (C.) möchten wir schließlich erste organisatorische Konsequenzen vorstellen, kurz-, mittel- und langfristig eine Institution für demokratische Bildung zu etablieren.

Die vorliegende Broschüre richtet sich an Lehrende wie Lernende gleichermaßen und hofft auf Gleichgesinnte, das Skizzierte weiter zu fundieren und in eine Realität der demokratischen Bildung umzusetzen.

Die komplette Streitschrift als pdf-Download: hier

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